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Gewinner des Handelskonflikts : Wenn zwei sich streiten, profitieren Dritte

Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping ist belastet. Vom Handelsstreit zwischen Amerika und China profitieren Dritte. Bild: AP

Unternehmen reagieren auf den Streit zwischen Amerika und China. Sie wechseln ihre Zulieferer oder verlagern ihre Produktion. Einige Länder in Südostasien dürften sich die Hände reiben.

          4 Min.

          Vor einer Woche erreichte der Handelskonflikt zwischen Amerika und China einen Höhepunkt: Chinas Währung durchbrach gegenüber dem Dollar die Linie von 7 Yuan, und die Märkte wurden von der Furcht vor einer Abwertungsspirale überrollt. Der Angriff, den der amerikanische Präsident auf den freien Handel begonnen hat, schadet allen – und doch gewinnen zumindest einige Länder durch das Verschieben von Fertigungs- und Lieferketten.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Dabei ist es ein schlechter Witz der Geschichte, dass genau diese eigentlichen Gewinner mehr und mehr in ihren eigenen Disputen mit Peking verfangen sind: So profitieren australische Bauern von der Anweisung Chinas, keine landwirtschaftlichen Produkte mehr in Amerika zu kaufen. Auf der anderen Seite aber ringt Canberra mit der expansiven Außenpolitik des großen Nachbarn im Norden – dies geht bis in die Rebellion in Hongkong, die längst schon an australischen Universitäten zwischen chinesischen Studenten ihre Fortsetzung findet. Und Vietnam, dass als Fertigungsstandort immer mehr von Chinas Schwäche profitiert, wehrt sich zur selben Zeit gegen Chinas Vordringen: Das angebliche chinesische Forschungsschiff Haiyang Dizhi 8 und seine Eskorte der Küstenwache behinderte in den vergangenen Wochen Ölbohrungen in Vietnams Wirtschaftszone im Südchinesischen Meer.

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