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Handelsstreit der Supermächte : Deutschland wird in Mitleidenschaft gezogen

Ein Containerschiff läuft in den Hamburger Hafen ein. Bild: dpa

Donald Trump eskaliert den Wirtschaftsstreit mit China. Ökonomen sind sicher: Das trifft gerade auch die exportstarke deutsche Wirtschaft.

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          Die Eskalation im chinesisch-amerikanischen Handelskonflikt wird auch die deutsche Wirtschaft treffen, davon sind Volkswirte überzeugt. „Die Eskalation des Handelskonflikts ist eine der größten wirtschaftlichen Risiken, vor allem für die deutsche Wirtschaft“, sagte Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Die enorme Unsicherheit sei Gift für die Investitionsfreude der Unternehmen. „Daher erwarten wir in diesem Jahr ein deutlich schwächeres Wirtschaftswachstum in Deutschland“, sagte Fratzscher. In dieselbe Kerbe schlägt Roland Döhrn, Konjunkturchef des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen. Auch wenn die genauen Folgen für die deutsche Wirtschaft noch nicht bezifferbar seien, verfielen viele Unternehmen in eine Art Wartestellung.

          Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verwies darauf, dass deutsche Unternehmen Niederlassungen und Engagements sowohl in den Vereinigten Staaten als auch China haben. „Sie verlieren durch die angekündigten Zölle gegen China und die erwarteten Gegenmaßnahmen gleich doppelt“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. BDI-Präsident Dieter Kempf warnte: „Der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China zieht auch Deutschland in Mitleidenschaft.“

          Auch die Fachleute der Deutschen Bundesbank schlagen warnende Töne an. „Ein eskalierender globaler Handelskonflikt oder breitflächig steigende Importzölle würden die exportorientierte deutsche Volkswirtschaft spürbar beeinträchtigen“, schreiben sie in ihrer an diesem Freitag veröffentlichten Konjunkturprognose.

          In dieser Prognose, die auf Daten von Ende Mai basieren, sind die jüngsten Ereignisse in Washington und Peking noch nicht berücksichtigt. Trotzdem rechnete die Bundesbank für das laufende Jahr nur noch mit 2 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland, vor einem halben Jahr gingen ihre Ökonomen noch von 2,5 Prozent aus. Die Rede ist zwar noch immer von einer „Hochkonjunktur“, die Unsicherheiten „hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Perspektiven für die deutsche Wirtschaft“ hätten sich aber erheblich erhöht.

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