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Importzölle : Autoindustrie macht Trump ein „Friedensangebot“

Importierte Autos werden in New York mit der Freiheitsstatue im Hintergrund verladen. Bild: AP

Deutsche Hersteller haben sich für den Wegfall der Autozölle ausgesprochen – und den amerikanischen Botschafter mit dieser Nachricht nach Washington geschickt.

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          Die deutschen Autohersteller versuchen einen Handelskrieg mit Amerika abzuwenden, indem sie vorschlagen, die Zölle auf Autos im Handel zwischen Europa und Amerika komplett abzuschaffen. Mit diesem „Friedensangebot“ aus der Autoindustrie sei Richard Grenell, der amerikanische Botschafter in Deutschland, an diesem Mittwoch nach Washington gereist, berichtete das „Wall Street Journal“. Grenell habe auf eigene Initiative einige Hintergrund- und Vieraugengespräche mit den Chefs von BMW, Daimler und Volkswagen geführt, heißt es.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          Der Bericht passt zu der Einschätzung von Frank Sportolari. Der Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham) sagte in Stuttgart über Grenell: „Er hört zu. Ich habe die Hoffnung, dass er ein Bild nach Amerika bringt, das etwas nuancenreicher ist.“ Der Vorstoß sei umso bedeutender, als Grenell ein Vertrauter von Donald Trump sei. Sportolari äußerte sich anlässlich der Eröffnung der Messe Global Connect dennoch skeptisch: „Wir müssen versuchen, das Schlimmste abzuwenden.“

          Europa sollte selbstbewusst auftreten und bereit sein, die eigene Zollpolitik in Frage zu stellen, forderte in ihrer Eröffnungsrede Nicola Hoffmeister-Kraut, die Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg, das von einem Handelskrieg besonders stark betroffen wäre: „Warum nicht eine G7-Zone ohne Zölle, genau wie Trump es vorgeschlagen hat? Unsere Autoindustrie ist so wettbewerbsfähig, dass sie dem standhalten könnte.“ Auch Bernhard Mattes, Präsident des Autobranchenverbands VDA, sprach sich für einen barrierefreien Handel aus, „meinetwegen mit null Zöllen“. Er erinnerte daran, dass die deutsche Autoindustrie in Amerika insgesamt 250 Werke betreibt. 116500 Menschen sind dort beschäftigt.

          Sewing warnt vor Ende des Wachstums

          Deutlich pessimistischer äußerte sich der einstige deutsche Außenminister Joschka Fischer. Er zeigte sich besorgt, dass ein transatlantischer Handelskrieg „dramatische Folgen für Deutschland“ haben könnte. Der Erfolg der deutschen Autohersteller bewege Trump emotional: „Da ist etwas Irrationales dahinter.“ Umso schlimmer sei es, dass die Autoindustrie in einer Vertrauenskrise stecke, ausgelöst durch den „katastrophalen Unsinn“ einiger Topmanager. Wichtig wäre ein besserer Zusammenhalt in Europa, wünscht sich Fischer wie zuvor schon andere Redner.

          In Frankfurt warnte der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, die EU vor einer weiteren Eskalation des Handelsstreits. „Eine Gegenreaktion auf die selbe harsche Art und Weise – ich denke nicht, dass das weise wäre“, sagte Sewing. „Einfach nur dagegen schießen würde das weltweite Wachstum beenden.“

          Die Entscheidung über zusätzliche Zölle auf Autos steht nach Worten des amerikanischen Handelsministers Wilbur Ross nicht unmittelbar bevor. Die Untersuchung dazu befinde sich in einem frühen Stadium, sagte Ross am Mittwoch. Präsident Trump hat besonders deutschen Herstellern mit Zöllen gedroht und dabei Konzerne wie BMW oder Daimler erwähnt. Schon in Kraft sind höhere Zölle auf Aluminium- und Stahleinfuhren. Die Regierung in Washington begründet den Schritt offiziell mit der nationalen Sicherheit und nutzt ein Gesetz von 1962.

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