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Handelsstreit mit EU : Trump droht mit drastischen Auto-Zöllen

  • Aktualisiert am

Donald Trump während einer Kabinettsitzung im Juni 2018 im Weißen Haus. Bild: dpa

Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. Umgehend twitterte der Präsident zurück.

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          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit der EU abermals mit der Verhängung von Strafzöllen auf europäische Auto-Importe gedroht. Wenn die Europäische Union nicht „bald“ ihre Handelsbarrieren für Produkte aus den Vereinigten Staaten beseitige, würde Amerika „einen 20-prozentigen Tarif auf alle ihre Autos verhängen, die in die Vereinigten Staaten kommen“, schrieb Trump am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Baut sie hier!“, fügte er hinzu.

          Die EU hatte kurz zuvor als Reaktion auf die amerikanischen Aufschläge auf Aluminium und Stahl Gegenzölle auf eine Reihe von Produkten aus Amerika in Kraft gesetzt, darunter Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter. Die EU-Zusatzzölle sollen nun in einem ersten Schritt auf jährliche Importe im Gegenwert von 2,8 Milliarden Euro erhoben werden.

          Damit reagiert die Europäische Union auf die von Amerikas Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Bei Importen in die Vereinigten Staaten werden seit Anfang Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Stahl und 10 Prozent bei Aluminium aus Europa fällig.

          Der Dax rutscht ab

          Die Europäische Union hatte bereits bei vorherigen Drohungen Trumps grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Jedoch
          hatte Brüssel die Bedingung gestellt, Trump müsse für die Zeit der Gespräche auf Strafzölle auf Stahl und Aluminium verzichten. Deutsche Autobauer sind bereits mit Werken und Zehntausenden Beschäftigten in Amerika vertreten. Die Branche zeigte sich zuletzt offen dafür, Zölle auf Autos im Handel zwischen Europa und Amerika komplett abzuschaffen.

          Trump hatte im Mai beim Handelsministerium eine Prüfung in Auftrag gegeben, ob die EU-Autoeinfuhren den nationalen Sicherheitsinteressen Amerikas schaden. Er hatte bereits die Strafzölle auf Aluminium und Stahl mit dem Schutz der nationalen
          Sicherheitsinteressen begründet.

          Autos aus der EU werden in den Vereinigten Staaten bislang mit 2,5 Prozent Zöllen belegt, umgekehrt sind es für amerikanische Automobile in der EU zehn Prozent. Allerdings erhebt Amerika 25 Prozent auf Lastwagen und Pick-ups, während diese in den EU mit durchschnittlich 14 Prozent belegt werden.

          Die nun von Trump abermals angedrohten Strafzölle auf Autos würden besonders die deutschen Hersteller hart treffen. Deutschland exportierte im vergangenen Jahr Pkw im Wert von knapp 22 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten. Nach Angaben der europäischen
          Statistikbehörde Eurostat entspricht das mehr als der Hälfte aller Autoexporte der EU nach Amerika.

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          Der Aktienindex für die europäische Autobranche gab in Reaktion auf den Tweet nach und lag rund ein Prozent tiefer. Auch der Dax rutschte ab.

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