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Äpfel, Lampen, Segelboote : Auch Kanada und Mexiko kündigen Vergeltungszölle an

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Produkte aus Amerika werden auch in Kanada und Mexiko ab Juli mit Importzöllen belegt. Bild: dpa

Nicht nur die EU plant Gegenzölle auf amerikanische Produkte. Kanada und Mexiko ziehen mit. Die betroffenen Parteien wollen zudem Klage bei der WTO einreichen.

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          Nicht nur die EU hat Gegenmaßnahmen zu den amerikanischen Strafzöllen auf Stahl und Aluminium vorbereitet. Auch Kanada und Mexiko, deren Unternehmen ebenfalls betroffen sind, sind erbost und haben Gegenzölle auf Produkte angekündigt, die Unternehmen in Amerika in großem Umfang in die Nachbarländer exportieren.

          Handelsministerin Chrystia Freeland hat angekündigt, dass die Gegenzölle die Höhe der amerikanischen Strafzölle erreichen werden. Sie bezifferte die Summe mit 16,6 Milliarden Dollar (knapp elf Milliarden Euro). Die kanadische Liste umfasst Stahl und Aluminium aus Amerika – sowie Joghurt, Kaffee, Zucker, Klopapier, Segelboote, Matratzen, Waschmaschinen und Rasenmäher. Diese Produkte werden in amerikanischen Bundesstaaten hergestellt, deren Unternehmen besonders viel über die Grenze nach Norden exportieren. Die Gegenzölle treten am 1. Juli in Kraft.

          Zugleich will Ottawa sich wie die EU an die Welthandelsorganisation (WTO) wenden, und auch im Rahmen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta werde sich Kanada über die „illegalen und kontraproduktiven“ Strafzölle beschweren, sagte Freeland. Die EU will noch am Freitag Klage gegen die Sonderzölle bei der WTO einreichen. „Die Europäische Union muss ihre Interessen eindeutig vertreten“, sagte die Außenbeauftragte Federica Mogherini am Freitag in Brüssel.

          Allerdings: Der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross hatte die Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Kanada und Mexiko just damit begründet, dass die Verhandlungen über eine Nafta-Neufassung „länger dauern als wir gehofft hatten“. Es gebe noch nicht einmal ein Datum für eine Neufassung.

          Auch die mexikanische Regierung hatte längst eine Liste mit Produkten aus Amerika fertig, auf die künftig Gegenzölle aufgeschlagen werden sollen – sie reicht von Stahl und Aluminium über Lampen bis hin zu Äpfeln. Der Wert soll ebenfalls den der amerikanischen Strafzölle erreichen. Mexiko ist der größte Abnehmer von Aluminium aus den Vereinigten Staaten und der zweitgrößte von Stahl. Insgesamt gehen 80 Prozent aller mexikanischen Ausfuhren über die Grenze ins Nachbarland.

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