https://www.faz.net/-gqe-9he9y

Trotz Trumps Zöllen : Amerikanisches Handelsdefizit steigt auf höchsten Stand seit zehn Jahren

  • Aktualisiert am

Amerikas Präsident Donald Trump Bild: Reuters

Trump will mit allen Mitteln dafür sorgen, dass Amerika so viel exportiert, wie es importiert. Doch wie neue Statistiken zeigen, hat seine Politik zumindest bislang genau den gegenteiligen Effekt.

          Das Defizit der amerikanischen Handelsbilanz ist entgegen den Zielen von Präsident Donald Trump auf den höchsten Stand seit zehn Jahren geklettert. Mit dem Rest der Welt hätten die Vereinigten Staaten im Oktober ein Handelsdefizit von 55,5 Milliarden Dollar verzeichnet, teilte das amerikanische Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Das ist das höchste Defizit seit Oktober 2008.

          Für Trump ist das keine gute Nachricht. Eigentlich will er durch seine Handelspolitik und Strafzölle das Defizit im Außenhandel deutlich senken. Stattdessen liegt es nun aber gegenüber dem Zeitpunkt von Trumps Amtsantritt im Januar 2017 knapp 9 Milliarden Euro höher.

          Gerade Autoimporte steigen

          Einen Anstieg verzeichnete das Handelsministerium im Oktober insbesondere bei den Autoimporten – sie stiegen mit 31,8 Milliarden Dollar auf den höchsten Monatswert aller Zeiten. Dieses hohe Volumen ist Trump ebenfalls ein Dorn im Auge. Gerade über den deutschen Autoherstellern schwebt das Damoklesschwert von eventuellen Strafzöllen.

          Seit Jahrzehnten importieren die Vereinigten Staaten weit mehr als sie exportieren. Trump führt das auf unfaire Handelspraktiken anderer Länder wie China aber auch Deutschland zurück. Ziel seiner protektionistischen Handelspolitik ist es, das zu ändern.

          Gerade das Beispiel China zeigt aber, dass Trumps Vorgehen bislang erfolglos bleibt – und womöglich sogar kontraproduktiv ist. Im Handel mit China ist das amerikanische Defizit im Oktober von 40,2 auf 43,1 Milliarden und damit auf ein Rekordhoch geklettert. Zurück gingen etwa die Sojabohnen-Exporte aus Amerika. China hatte unter anderem auf Sojabohnen Gegenzölle erhoben, nachdem Trump mit Strafzöllen gegen Peking vorgeprescht war.

          Bankanalysten hatten für Oktober ein etwas niedrigeres Defizit in Höhe von 55,0 Milliarden Dollar erwartet. Im September hatte das Defizit revidierten Zahlen zufolge noch bei 54,6 Milliarden Dollar gelegen, wie das Ministerium weiter mitteilte.

          Weitere Themen

          Letztes Bergwerk Deutschlands schließt Video-Seite öffnen

          Schicht im Schacht : Letztes Bergwerk Deutschlands schließt

          Bis zu 600.000 Menschen arbeiteten zur Hochzeit der Steinkohle in den Zechen des Ruhrgebiets. Bald wird hier auch das letzte dichtgemacht. Die Arbeiter unter Tage können das nicht so ganz verstehen - denn fossile Brennstoffe werden immer noch gebraucht.

          Topmeldungen

          Christdemokraten im Aufbruch : Wozu braucht die CDU noch Friedrich Merz?

          Die Anhänger von Friedrich Merz haben ihren Helden verloren. Doch die Trauer über dessen Niederlage währte nur kurz. Der Wirtschaftsflügel der CDU befindet sich im Aufbruch – und hofft auf Zugeständnisse der neuen Parteichefin.
          Mit diesem Autobahnabschnitt auf der A648 wäre auch die Deutsche Umwelthilfe zufrieden, hier gilt bereits Tempo 100.

          Klimaschutz : Umwelthilfe will Tempolimit 120 auf Autobahnen

          Die Deutsche Umwelthilfe prozessiert fleißig, um Fahrverbote in vielen Städten durchzusetzen. Nun gehen die Aktivisten einen Schritt weiter. Sie prüfen, ob sich ein Tempolimit von 120 auf deutschen Autobahnen juristisch erzwingen lässt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.