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Huawei-Affäre : Was bedeutet Amerikas Warnung vor Reisen nach China?

China und Amerika: Viel Konfliktpotenzial zwischen den Großmächten. Bild: AP

Die Verhaftung einer Huawei-Managerin in Vancouver zieht weiter Kreise: Nachdem in China mehrere Kanadier festgenommen wurden, warnt nun das amerikanische Außenministerium seine Bürger vor Reisen in die Volksrepublik.

          Kanadische Staatsangehörige in China hatten bereits in den vergangenen Wochen Sorgen, sie könnten verhaftet werden. Denn genau das war schließlich drei Kanadiern widerfahren: eine Festnahme durch die Staatssicherheit mit fadenscheinigen Begründungen.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Nun dürften auch amerikanische Expats, also aus Amerika nach China entsandte Mitarbeiter internationaler Konzerne, sowie Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen oder des diplomatischen Korps schlaflose Nächte im Reich der Mitte haben. Das amerikanische Außenministerium warnte am Donnerstag offiziell vor Reisen nach China. Dort könne es „zur willkürlichen Anwendung örtlicher Gesetze“ kommen, hieß es in einem aktualisierten Reisehinweis.

          Folgenschwere Festnahme

          Im November hatte die kanadische Polizei auf Ersuchen der Vereinigten Staaten die Finanzchefin des chinesischen Technologie-Konzerns Huawei, Meng Wanzhou, festgenommen. Die Staatsanwaltschaft des östlichen Distrikts von New York wirft Meng vor, Verbindungen zu einem Unternehmen vertuscht zu haben, das trotz amerikanischer und europäischer Sanktionen technische Geräte an den Iran verkauft hatte. Peking forderte von Kanada Mengs Freilassung und drohte andernfalls mit ernsthaften Konsequenzen. Inzwischen ist die Managerin gegen eine hohe Kautionszahlung auf freiem Fuß.

          Amerikas Reisewarnung deutet darauf hin, Washington rechne damit, dass bald auch amerikanische Staatsangehörige in einer Vergeltungsaktion Pekings verhaftet werden könnten. Bisher war dies nicht geschehen. Auch mit öffentlicher Kritik an Washington hatten sich Pekings Staatsmedien zurückgehalten – offensichtlich, um die Gespräche über eine Beilegung des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften nicht zu gefährden.

          Ob die Reisewarnung nun als Zeichen interpretiert werden muss, dass die Verhandlungen über eine Lösung des Handelskonflikts auf Eis liegen, ist nicht ausgemacht. Dennoch trägt die Aktion nicht zur Beruhigung der Lage bei. Amerikaner und Kanadier gehen in China unruhigen Zeiten entgegen.

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