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Eskalation im Handelskrieg : Amerika und China setzen neue Strafzölle in Kraft

  • Aktualisiert am

Container in einem Hafen in Kalifornien Bild: AFP

Die Vereinigten Staaten und China läuten eine neue Runde in ihrem Handelskrieg ein. In den beiden größten Volkswirtschaften treten neue Strafzölle in Kraft. Der Konflikt bremst die Weltkonjunktur.

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          Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China hat abermals eine neue Eskalationsstufe erreicht. Am Sonntag traten auf beiden Seiten wie angekündigt neue Strafzölle in Kraft. Die neuen Sonderabgaben der Amerikaner in Höhe von 15 Prozent auf weitere chinesische Importe im Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar konterte China mit Gegenzöllen in Höhe von fünf und zehn Prozent.

          Seit einem Jahr liefern sich die beiden größten Volkswirtschaften einen Handelskrieg, der in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums geführt hat und auch die Weltkonjunktur bremst. Amerikas Präsident Donald Trump will China mit den Strafzöllen zum Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens bewegen. Die Verhandlungen sind seit Monaten festgefahren, sollen aber vielleicht diesen Monat wieder aufgenommen werden.

          Weitere Zölle im Dezember

          Erstmals erheben die Vereinigten Staaten auch Strafzölle auf in China hergestellte Konsumgüter wie Fernseher, Bücher, Windeln und Turnschuhe. Die Zölle dürften nach Ansicht von Experten mittelfristig zu Preiserhöhungen für Verbraucher führen. Am 15. Dezember sollen dann Strafzölle von ebenfalls 15 Prozent auf weitere Konsumgüter aus China im Wert von rund 160 Milliarden Dollar in Kraft treten. Dann werden auch Produkte wie Smartphones, Laptops und Kleidung erfasst werden.

          Alle im August angekündigten amerikanischen Strafzölle sollten ursprünglich von Sonntag an gelten. Doch ließ Trump die zweite Tranche verschieben, um das Weihnachtsgeschäft nicht zu belasten. Von Dezember an gelten dann auf fast alle Warenimporte aus China – 2018 waren das rund 540 Milliarden Dollar – Strafzölle.

          Als unmittelbare Reaktion verhängte China Gegenzölle in Höhe von fünf und zehn Prozent auf Importe aus den Vereinigten Staaten. Die Sonderabgaben traten am Sonntag zeitgleich mit den amerikanischen Zöllen in Kraft und treffen unter anderem amerikanische Bauern. Zehn Prozent werden zusätzlich auf Importe von Fleisch, Gemüse wie Mais und Kartoffeln, Obst, Meeresfrüchte, Kleidung und Lederwaren erhoben. Fünf Prozent entfallen auf Sojabohnen, Milchprodukte, Pilze und Chemikalien.

          Es ist der erste Teil von angekündigten Strafzöllen Chinas auf Einfuhren aus den Vereinigten Staaten mit einem Volumen von insgesamt 75 Milliarden Dollar (67,74 Mrd Euro). China plant weitere Gegenzölle in Höhe von fünf und zehn Prozent am 15. Dezember, wenn die weiteren amerikanischen Abgaben in Kraft treten. Zehn Prozent werden dann zusätzlich auf Waren aus den Vereinigten Staaten wie Kaffee, Obstsäfte, Wein und Bier, Medikamente, Holz und auch Autos erhoben. Fünf Prozent kommen auf Zigaretten, Kleidung, Autoteile, Elektrogeräte und Flugzeugmotoren drauf.

          Bislang hatte Trump nur Strafzölle auf chinesische Waren wie Industriegüter und Maschinen im Wert von rund 250 Milliarden Dollar verhängt. Diese führten zu Mehrkosten bei Unternehmen, aber nicht direkt bei Verbrauchern. Diese bestehenden Strafzölle sollen von Oktober an nochmals um fünf Prozentpunkte auf 30 Prozent steigen.

          Trump zeigt sich optimistisch

          Nach nervösen Reaktionen an den beunruhigten Aktienmärkten hatte sich Trump wiederholt optimistisch gezeigt, dass die Handelsgespräche bald fortgesetzt werden. Auch gab er sich zuversichtlich, dass China eine Vereinbarung abschließen wolle. In Peking gab es aber keine Anzeichen für eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen.

          Der Handelskonflikt ist seit mehr als einem Jahr im Gange. Auslöser war ursprünglich die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die Vereinigten Staaten exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen amerikanischen Unternehmen sowie staatliche Subventionen.

          Später forderte Trump auch strukturelle Veränderungen in China, die der Führung in Peking aber zu weit gehen. Auch sein Vorgehen gegen den chinesischen Telekom-Riesen Huawei sowie seine Unberechenbarkeit in den Gesprächen verärgerte die chinesische Führung.

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