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Disput um Zwangsarbeiter : Japan und Südkorea schlittern in Handelsstreit

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Hier (im September 2018 in New York) schütteln sie noch die Hände, inzwischen liegen sie sich in den Haaren: Moon Jae-in (r), Präsident Südkoreas, und Shinzo Abe, Premierminister Japans. Bild: dpa

Japan und Südkorea streiten sich um Schadenersatz für Zwangsarbeiter während der Kolonialzeit. Jetzt streicht Tokio Seoul von einer „weißen Liste“. Das macht den Handel schwieriger und könnte globale Folgen haben.

          Der Handelsstreit zwischen Japan und Südkorea verschärft sich. Die Regierung in Tokio beschloss am Freitag, Südkorea von der „weißen Liste“ jener Länder zu streichen, die Vorzugsbehandlungen bei Handelsgeschäften genießen und Produkte beziehen, die für militärische Zwecke benutzt werden können. Die Maßnahme trete am 28. August in Kraft, erklärte Japans Industrieminister Hiroshige Seko.

          Damit droht der Streit über verschärfte Exportkontrollen Japans zu eskalieren – mit noch nicht absehbaren Folgen für die globalen Lieferketten, wie Experten befürchten. Südkorea übte umgehend scharfe Kritik an Japans Vorgehen.

          „Unsere Regierung wird auf Japans unfaire Maßnahme resolut reagieren“, sagte Sprecherin Ko Min-jung am Freitag. Südkoreas Präsident Moon Jae-in werde im Laufe des Tages eine Notfallsitzung seines Kabinetts einberufen. Beide Staaten sind Sicherheitspartner der Vereinigten Staaten. Japan hatte beschlossen, dass japanische Unternehmen für den Export bestimmter Materialien, inklusive Fotolacken, die in der Chipproduktion verwendet werden, jedes Mal Lizenzen beantragen müssen. Von den Restriktionen sind vor allem die südkoreanischen Chiphersteller Samsung und SK Hynix sowie das Unternehmen LG Display betroffen. Südkorea nannte Japans Vorgehen politisch motiviert.

          Streit um Schadenersatz für Zwangsarbeiter

          Hintergrund ist ein Disput über die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während Japans Kolonialherrschaft (1910 bis 1945). Der Oberste Gerichtshof in Südkorea hatte im vergangenen Jahr in separaten Verfahren Nippon Steel und den Schwerindustriekonzern Mitsubishi Heavy Industries angewiesen, Schadenersatz an ehemalige Zwangsarbeiter zu zahlen. Japan hatte den Beschluss jedoch damit begründet, dass das gegenseitige Vertrauen untergraben sei.

          Nun folgt die Streichung Südkoreas von der „weißen Liste“, nachdem am Vortag Gespräche zwischen den Außenministern beider Nachbarstaaten keine Annäherung gebracht hatten. Industrieminister Seko zeigte sich am Freitag gleichwohl überzeugt davon, dass dadurch weder der Handel noch nicht die bilateralen Beziehungen beeinträchtigt würden. Auch würden japanische Unternehmen dadurch keine negative Folgen haben. Südkorea sei das einzige Land gewesen, das eine Vorzugsbehandlung genossen habe, machte ein Regierungssprecher deutlich. Südkorea werde jetzt wie jedes andere Land in der Region behandelt. Man glaube nicht, dass dadurch die globalen Lieferketten beeinträchtigt werden.

          Erst am Donnerstag war auch der Handelsstreit zwischen Amerika und China wieder eskaliert. Amerikas Präsident Donald Trump hatte über Twitter neue Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden Dollar angekündigt.

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