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Streit um Pensionen : Größter Universitätsstreik der Geschichte in Großbritannien

Auch in London streiken Lehrende der Universitäten. Bild: dpa

In Großbritannien geht an den Hochschulen gerade gar nichts mehr. Auch die Eliteunis sind betroffen. Die Dozenten fürchten um ihre Pensionen – und die Studenten fordern schon ihr Geld zurück.

          1 Min.

          In Großbritannien hat der bislang größte Universitätsstreik begonnen. Hunderte von Professoren und Dozenten an 57 Hochschulen im ganzen Land beteiligten sich an dem Arbeitskampf, der an diesem Freitag fortgesetzt wird. In den kommenden Wochen sollen weitere Streiktage folgen.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Aufgerufen zu den Protesten hat die Gewerkschaft University and College Union (UCC). Die Lehrkräfte wehren sich gegen die geplante Kürzung ihrer Pensionen. Nach Gewerkschaftsschätzung fallen durch die bisherigen und geplanten weiteren Streiks mehr als eine halbe Million Unterrichtsstunden aus.

          An dem Ausstand beteiligen sich auch Professoren der beiden Eliteuniversitäten Cambridge und Oxford. Rund 80.000 Studenten haben unterdessen Petitionen unterschrieben, in denen sie wegen der ausgefallenen Unterrichtsstunden von der Regierung eine Rückerstattung ihrer Studiengebühren fordern.

          An staatlichen englischen Universitäten bezahlen sie für ihr Studium in vielen Fällen 9000 Pfund (rund 10.000 Euro) im Jahr. Viele Studenten unterstützen allerdings die Forderungen der Lehrkräfte.

          Nach Angaben der Gewerkschaft würden die Hochschullehrer durch die geplante Umstellung des Pensionssystems im Ruhestand rund 10.000 Pfund im Jahr an Einkommen verlieren. Die Pensionen jüngerer Lehrkräfte würden fast halbiert. Der Arbeitgeberverband Universities UK weist dagegen auf ein milliardenhohes Defizit in den Pensionskassen hin, das auf Dauer nicht hinnehmbar sei. Die Regierung forderte beide Seiten zu weiteren Gesprächen auf.

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