https://www.faz.net/-gqe-8dbbu

Bundesarbeitsagentur : Arbeitsmarkt kann 350.000 Flüchtlinge pro Jahr aufnehmen

  • Aktualisiert am

350.000 Flüchtlinge kann der deutsche Arbeitsmarkt pro Jahr aufnehmen, meint die Bundesarbeitsagentur. Bild: dpa

700.000 Arbeitsplätze werden in Deutschland jedes Jahr geschaffen. Genug Platz also für arbeitssuchende Flüchtlinge. Eine Konkurrenz zu arbeitslosen Deutschen befürchtet die Behörde nicht.

          Über eine Million Flüchtlinge kamen im vergangenen Jahr nach Deutschland. Auch in diesem Jahr soll die Zuwanderung weiter anhalten. Kein großes Problem für den deutschen Arbeitsmarkt, meint jetzt die Bundesagentur für Arbeit (BA). „350.000 Flüchtlinge jährlich sind für den deutschen Arbeitsmarkt rein quantitativ derzeit kein Problem“, sagte Detlef Scheele, Vorstand der Bundesarbeitsagentur, in Hamburg, wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet. Der Grund: Jährlich entstünden etwa 700.000 neue Arbeitsplätze.

          Auch eine Konkurrenz zu arbeitslosen Deutschen sieht Scheele im Flüchtlingszustrom nicht: „Dafür ist die Gruppe der Migranten zu klein.“ Die Zahl von 350.000 stimmt laut Scheele mit der Zahl derer überein, die 2016 als anerkannte Asylbewerber in Deutschland eine Arbeit suchen werden. Mit Blick auf die Zukunft formuliert Scheele vorsichtiger: „Ob unser Land insgesamt das aushalten kann, ist eine andere Frage“, sagt er. „Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes ist zurzeit jedenfalls gegeben.“

          Die großen Wirtschaftsverbände fordern seit Monaten mehr Hilfe aus der Politik bei der Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Nach der Einschätzung des BA-Vorstands dürfte Geld bei der Ausbildung und Integration von Flüchtlingen kein großes Hindernis sein. „Wir sind finanziell ausreichend ausgestattet, und wir haben Programme.“

          Allerdings dämpft Scheele die Hoffnungen aus der Wirtschaft, dass die derzeitige Zuwanderung das Problem des Fachkräftemangels kurzfristig werde lösen können: „Der Weg an den Arbeitsmarkt ist lang. Es wird nicht jeder Arbeit finden, aber viele.“

          Weitere Themen

          „Neue Häuser“ – Kandidaten gesucht

          Aufruf : „Neue Häuser“ – Kandidaten gesucht

          Die beliebte Serie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der FAZ.NET-Redaktion startet zum neunten Mal. Gesucht werden auch in diesem Jahr neue Wohnhäuser privater Bauherren, die durch architektonische Qualität und ein stimmiges Konzept überzeugen.

          Topmeldungen

          „Die Zerstörung der CDU“ : Das Rezo-Video im Faktencheck

          Klima, Wohlstand, Krieg und Protestkultur: Eine zornige Abrechnung wird zum Internethit. Was hält einer genaueren Betrachtung stand? Eine kritische Perspektive auf die vier zentralen Themen.

          Vor der Europawahl : Wie die polnische Jugend Frühlingsgefühle entwickelt

          Die neue linksliberale Partei „Wiosna“ (Frühling) des populären Politikers Robert Biedron mischt die politische Landschaft in Polen auf. Die Anhänger sind jung, nennen ihren Parteivorsitzenden „Robert“ und drängen auf einen Wandel in Polen – und Europa.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.