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Anleger hoffen : Der Dax steigt wieder auf mehr als 11.000 Punkte

  • Aktualisiert am

An der Börse in Frankfurt sind die Kurse an diesem Freitag merklich gestiegen. Bild: Reuters

Die Aktienkurse der großen deutsche Unternehmen steigen, die Anleger hoffen auf Entspannung im Streit zwischen Amerika und China. Besonders eine Branche profitiert.

          Spekulationen auf eine baldige Lösung im Zollstreit geben den Börsen Auftrieb. „Es ist zwar so gut wie unmöglich, den Stand der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China vernünftig einzuschätzen“, sagte Jasper Lawler, Analyst des Online-Brokers LCG. „Dennoch lechzt der Markt nach jeder Schlagzeile. Das zeigt, wie sensibel er auf das Handelsthema reagiert.“

          Der Dax übersprang am Freitag erstmals seit sechs Wochen die 11.000er-Marke und stieg um zwei Prozent auf 11.139 Prozent. Der Standardwerteindex Euro Stoxx 50 legte ähnlich stark auf 3124 Zähler zu. Die Terminkontrakte auf die amerikanischen Indizes signalisierten Eröffnungsgewinne der Wall Street.

          Dem „Wall Street Journal“ zufolge will der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin in der nächsten Verhandlungsrunde mit der Pekinger Regierung Ende Januar eine Aufhebung der Strafzölle auf chinesische Einfuhren vorschlagen. Der amerikanische Handelsbeauftragte Robert Lighthizer lehne dies aber ab. Dies sei keine Überraschung, da er als Hardliner bekannt sei, schrieben die Analysten der Danske Bank. Mnuchin gelte hingegen als kompromissbereit. „Dennoch werten wir die Nachricht als weiteres Zeichen, dass eine Einigung näher rückt. Die Märkte scheinen das ebenso zu sehen.“

          Ryanair meldet schlechte Nachrichten

          Zu den Profiteuren dieser Spekulationen gehörten die Autohersteller. Der europäische Branchenindex stieg um 2,4 Prozent. Die Anteile der Fahrzeug-Hersteller BMW und Daimler sowie des Zulieferers Continental gehörten mit Kursanstiegen von bis zu 3,6 Prozent zu den größten Gewinnern.

          Am Devisenmarkt nahmen einige Pfund-Anleger Gewinne mit. Dadurch verbilligte sich die britische Währung um 0,4 Prozent auf 1,2935 Dollar. Investoren setzten aber auch nach dieser turbulenten Woche im Unterhaus darauf, dass ein ungeordneter Brexit vermieden wird, sagte Anlagestratege Tapas Strickland von der Bank NAB. „Vor diesem Hintergrund wird sich das Pfund wohl an die 1,30er Marke heranrobben.“

          Die britische Premierministerin Theresa May war mit ihrem Brexit-Deal im Parlament zunächst gescheitert, hatte ein anschließendes Misstrauensvotum aber überstanden. Am Montag will die Regierungschefin ihren „Plan B“ für den Austritt aus der EU vorlegen.

          Bei den Aktienwerten rückte Ryanair ins Rampenlicht. Die Fluglinie senkte wegen niedrigerer Ticket-Preise zum zweiten Mal binnen drei Monaten ihre Geschäftsziele. Der Aktienkurs fiel daraufhin in Dublin um bis zu 5,2 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von 9,55 Euro. Die Fluggesellschaft werde langfristig allerdings zu den Gewinnern des harten Wettbewerbs in der Branche zählen, sagte Analyst Gerald Khoo von der Investmentbank Liberum. Die aktuelle Kursschwäche sei daher eine Kaufgelegenheit. Im Sog von Ryanair gaben die Titel des Rivalen EasyJet 1,6 Prozent nach.

          Auch das Unternehmen Telecom Italia verprellte Investoren mit einem pessimistischen Ausblick. Außerdem ging der Gewinn ersten Berechnungen zufolge zurück. Die Papiere des italienischen Ex-Monopolisten fielen daraufhin um bis zu 9,3 Prozent auf 0,48 Euro. Offenbar wolle sich das Unternehmen realistischere Ziele setzen, schrieb Analyst Jerry Dellis von der Investmentbank Jefferies. Schließlich seien die Markterwartungen in den vergangenen Wochen bereits gesunken.

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