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Studie : Der Computer wird Anwalts Liebling

Rund 70 Prozent der befragten Juristen bejahten den Einfluss der Digitalisierung auf ihre tägliche Arbeit. Bild: dpa

Laut einer Studie sehen Unternehmensjuristen die Digitalisierung als Chance. Viel Diskussionsbedarf gibt es jedoch in der Automobilbranche.

          Erstmals hat eine Studie beleuchtet, welchen rechtlichem Herausforderungen die digitale Transformation für Unternehmen mit sich bringt und wie sich die Arbeit einer Rechtsabteilung bereits schon jetzt dadurch verändert. Gemeinsam haben der Bundesverband der Unternehmensjuristen (BUJ) und die nach Personalstärke größte deutsche Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle rund 1.000 Unternehmen angeschrieben. Auf die Fragen zu „Digital Economy & Recht“ antworteten Vertreter aus 305 Rechtsabteilungen-

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Mit knapp 30 Prozent Rücklaufquote bilden die Ergebnisse also einen repräsentativen Querschnitt für den Themenkomplex ab. Ein Schwerpunkt der Studie lag auf Fragen zum Einsatz von Software, die zur Unterstützung oder Ergänzung der Rechtsberatung eingesetzt werden – für dieses Geschäftsfeld, aber auch für die externen Dienstleister, hat sich aus dem Angloamerikanischen entlehnt der Begriff „Legaltech“ eingebürgert. „Die Syndikusanwälte setzen große Erwartungen in den Einsatz von Legaltech“, sagte Markus Häuser, Anwalt bei CMS und Mitinitator der Studie bei deren Vorstellung gegenüber Journalisten. Der Einsatz von technischen Hilfsmitteln werde den Juristen die Arbeit aber nicht abnehmen. Denn die digitale Transformation werfe so viele noch ungeklärte Rechtsfragen auf, mit denen sich beschäftigen müssen.

          Das spiegelt sich auch in den Kernaussagen der Umfrage wieder: Rund 70 Prozent der Befragen bejahten den Einfluss der Digitalisierung auf ihre tägliche Arbeit. Jeder Zweite bewertet diese Veränderung positiv.  Sogar 73 Prozent erwarten, dass Unternehmen künftig von Juristen mehr digitales Know-how und die Bereitschaft zur interdisziplinären Arbeit einfordern werden und damit neue Stellen geschaffen werden.

          Viel Diskussionsbedarf gibt es in der Automobilbranche bei der Haftungsproblematik beim sogenannten Autonomen Fahren. Gleiches gilt für die produzierende Industrie, die zunehmend auf den Einsatz von Robotern setzt. „Aus rechtlicher Sicht stellt sich hier natürlich für die Hersteller wie die Verwender solcher Geräte die Frage, wer dafür einstehen muss, wenn es durch Fehlfunktionen zu Schäden an den Rechtsgütern anderer Personen kommt. Hier werden sich in naher Zukunft neue Haftungsstandards herausbilden", sagte Anwalt Häuser.

          Der Mehrheit von Rechtsabteilungen sind damit noch überfordert. Gemessen an Schulnoten sieht nur jeder vierte Unternehmensjurist sein Unternehmen als „sehr gut“ oder „gut“ für die Digitalisierung gerüstet. In der Umsetzung mangelt es demnach am häufigsten an Budgets und Ressourcen. Kritisch sehen die Befragten die  zögerhafte Umsetzung in ihrem Unternehmen, das zu hohe Durchchnittsalter der Mitarbeiter in der Abteilung und eine zu geringe Anpassungsgeschwindigkeit. Lösungsansätze sind laut Studie das Einstellen von speziell ausgebildeten Paralegals, die Kooperationen mit externen Dienstleistern oder der Einsatz von Software zur Unterstützung der Rechtsabteilung.

          Dafür gibt es Beispiele: Linde etwa hat seine Einkaufsverträge elektronisch standardisiert. Der Gaskonzern konnte somit die Zahl von externen Anwälten in anderen Ländern deutlich verringern. Auch Lufthansa setzt eine IT-basierte Datenbank, um die Kosten für Berater strenger als bisher zu kontrollieren. Bei Transaktionen, das bestätigt Hubertus Kolster, Managing Partner von CMS Hasche Sigle, setzen Unternehmen, immer mehr auf die digitale Auswertung von Daten. Gerade bei Unternehmenskäufen oder Portfolios von Handels- und Wohnimmobilien macht dies , weil eine hohe Standardisierung gibt.

          Die Rechtsabteilungen von Strabag, Union Investment oder der Shoppingcenter-Betreiber ECE setzen diese Software zum „Durchleuchten“ des Ziels ein. Als Dienstleister stehen Legaltechs wie das Berliner Softwarehaus Leverton oder das Start-Up BusyLamp aus Frankfurt parat. Ihr Geschäftsmodell konzentriert sich auf große Unternehmen, der Mandat sitzt im Regelfall in der Rechtabteilung.

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