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Debatte um Kinderlosen-Zuschlag : Fremder Leute Kinder

  • -Aktualisiert am

Eine Debatte, die das Land in Eltern und Kinderlose spaltet, braucht niemand. In der DDR konnten Paare staatliche Wohnungskredite durch Kinder abstottern. Das ist kein Vorbild für eine freiheitliche Gesellschaft.

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          So schnell ist die Kanzlerin selten: Klar hat Angela Merkel die Forderung junger CDU-Abgeordneter nach einer Demographie-Abgabe für Kinderlose abgelehnt. Eine neue Debatte, die das Land in Eltern und Kinderlose spaltet, braucht niemand. Auch ist die Familienministerin die schon von ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen versprochene Bestandsaufnahme der rund 150 familienpolitischen Leistungen immer noch schuldig. Keiner weiß, in welchem Umfang der Staat Familien bereits entlastet.

          Man kann den Satz auch umdrehen

          „Für Kinderlose zahlen fremder Leute Kinder“, behauptet der Initiator der Abgabe, Marco Wanderwitz. Man kann den Satz auch umdrehen: In hohem Maße zahlen Kinderlose für fremder Leute Kinder. Und zwar ohne Gewähr, ob diese Kinder später zu guten Beitrags- und Steuerzahlern werden - oder in die Fürsorge fallen. Will man im Gegenzug für staatliche Hilfe von den Eltern Kinderführerscheine verlangen? Und möchte man in einem Land leben, in dem Kinder irgendwann als Abgabensparmodell geboren werden?

          Übertrieben? In der DDR konnten Paare staatliche Wohnungskredite durch Kinder abstottern, im Volksmund „abkindern“ genannt. Das ist kein Vorbild für eine freiheitliche Gesellschaft.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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