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Bilateraler Handel : Deal zwischen Amerika und Japan soll im September stehen

  • Aktualisiert am

Der japanische Premierminister Shinzo Abe (l) mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump Bild: AP

Während sich der Handelsstreit zwischen Amerika und China immer weiter zuspitzt, kommen die Verhandlungen mit Japan voran: Die Staaten haben sich „grundsätzlich“ auf ein bilaterales Handelsabkommen geeinigt.

          Nach zähen Verhandlungen haben sich die Vereinigten Staaten und Japan grundsätzlich auf ein „sehr großes“ bilaterales Handelsabkommen geeinigt. Das verkündete der amerikanische Präsident Donald Trump gemeinsam mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bei einem Treffen am Sonntag am Rande des Gipfels der sieben großen Industrieländer (G7) im französischen Biarritz. Mit der Vereinbarung wollen die größte Wirtschaftsnation Amerika und Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft, ihre Märkte jeweils für die Waren des anderen weiter öffnen.

          Das Abkommen soll voraussichtlich am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen Ende September unterzeichnet werden. „Wir haben uns grundsätzlich auf ein Abkommen geeinigt“, sagte Trump. Japans Premierminister Abe sagte, das Abkommen sei Ergebnis intensiver Verhandlungen. Bis September müssten wohl noch einige Details wie etwa Formulierungen ausgearbeitet werden. Die Vereinbarung umfasst nach Angaben von Trump unter anderem Landwirtschaft und E-Commerce.

          Bei landwirtschaftlichen Produkten werde Japan die Zölle deutlich senken, sagte der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer. „Das sind sehr gute Nachrichten für unsere Landwirte.“ Trump sprach von einem „fantastischen Abkommen“. Konkrete Details wurden aber zunächst nicht bekannt. Die Einigung mit dem Verbündeten Japan kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Trump seinen Handelskrieg mit China gerade noch einmal mit neuen Strafzöllen eskaliert hat.

          Es sieht so aus, als wollten die Vereinigten Staaten und Japan auf dem G7-Gipfel ein Zeichen der Einigkeit setzen. Das dreitägige Treffen wird überschattet von massiven Differenzen über den Handelskrieg mit China sowie den Folgen für die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft. Die anderen G7-Partner teilen zwar viele der Klagen Trumps gegenüber Chinas Handelspraktiken, lehnen aber seinen Einsatz von Strafzöllen ab.

          Die Unterhändler der Vereinigten Staaten und Japans verhandeln seit fünf Monaten und hatten erst vergangene Woche noch Gespräche in Washington geführt. Amerika will mit dem bilateralen Handelsabkommen erreichen, dass ihr großes Handelsdefizit mit Japan sinkt. Hierzu sucht Washington einen breiteren Marktzugang für amerikanisches Rindfleisch, Schweinefleisch, Weizen und Milchprodukte.

          Nach japanischen Angaben konnten die Differenzen bei Zollsenkungen in wichtigen Bereichen wie dem Rindfleisch- und Automobilexport überwunden werden. Japan will, dass die amerikanischen Zölle auf japanische Autos und Autoteile sinken. Die Zollsenkungen Japans sollen nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo nicht größer ausfallen als unter dem ursprünglich geplanten multilateralen Handelsabkommen der Transpazifischen Partnerschaft (TPP), das Trump bei seinem Amtsantritt aber aufgekündigt hatte.

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