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Delivery Hero statt Wirecard : Vorsicht, kein Gewinn!

Der Markt für Lieferdienste ist umkämpft - fürs Überleben zählt erstmal die Größe. Bild: AFP

Die Börse glaubt an ein Unternehmen, das rasant wächst, aber kein Geld verdient. Wächst hier nach Wirecard der nächste Wackelkandidat heran?

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          „Wachstum ohne Gewinn ist tödlich.“ Dieser Satz ist für den Unternehmer Reinhold Würth zeit seines Berufslebens zum Mantra geworden, und er gibt ihn gerne jungen Gründern mit auf den Weg. Der Milliardär und Schraubenkönig hat selbst vor vielen Jahren die Erfahrung machen müssen, wie schnell ein rasch wachsendes Unternehmen in existenzbedrohliche Finanzierungsengpässe und damit in die Abhängigkeit von der Gunst Dritter geraten kann.

          Mit dem Essenslieferanten Delivery Hero rückt nun ein Unternehmen für den Skandalkonzern  Wirecard in den deutschen Leitindex Dax auf, das in seiner neunjährigen Geschichte noch keinen operativen Gewinn gemacht hat. Die Begründung durch hohe Technikinvestitionen des Plattformanbieters lässt sich prinzipiell nachvollziehen. Auch das Besetzungsargument in einem hart umkämpften Markt verfängt – Facebook, Google und Co. mussten ebenfalls einen brutalen Wettbewerb überleben, bevor die Kassen klingelten.

          Die Börse hat immer an Delivery Hero geglaubt, und sie tut es immer noch. Die Frage ist, wie lange noch. Dass Gewinnziele immer wieder kassiert wurden und es derzeit gar keines mehr gibt, sollte gerade Kleinanleger skeptisch werden lassen. Sie haben gerade erst durch Wirecard eine teure Lektion gelernt.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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