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Weltwirtschaftsforum : Davos muss kämpfen

Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums im Januar 2020 Bild: AFP

Schon vor Corona ist die Debatte entbrannt, ob der Gipfel in Davos angesichts des Klimawandels noch zeitgemäß ist. Jetzt haben Millionen Menschen gelernt, ihre Arbeit digital zu organisieren. Muss dann nicht auch die Elite umdenken?

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          Es ist die einzig vertretbare Entscheidung: Im Januar wird es kein Weltwirtschaftsforum in der gekannten Form geben. Letztlich ist es unerheblich, ob 3000 oder 300 Teilnehmer in den Schweizer Skiort Davos pilgern – solange die Corona-Pandemie nur durch Schutzmaßnahmen bekämpft werden kann, ist ein Zusammenkommen im vertraulichen Rahmen undenkbar.

          Vielleicht sind die Organisatoren mit dem überraschend kommunizierten Schritt auch nur der Veröffentlichung möglicher Absagen zuvorgekommen. Welcher Regierungs- oder Konzernchef würde sich derzeit schon einem solchen Risiko aussetzen wollen?

          Für die Veranstaltung stellt sich im 51. Jahr nach ihrer Gründung damit die große Frage, ob es überhaupt ein Zurück zum gewohnten Format geben kann. Schon vor Corona ist die Debatte entbrannt, ob es angesichts des Klimawandels noch zeitgemäß ist, den riesigen Tross für eine Woche in die Alpen zu karren.

          Wenn Millionen Menschen rund um die Welt gerade lernen, ihr Arbeits- und Privatleben mit digitalen Hilfsmitteln neu zu organisieren, muss dann nicht auch die globale Elite umdenken? Davos muss mehr denn je um seine Zukunft kämpfen.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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