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Studie von Verbraucherzentrale : Datenschutzmängel bei Fitnessarmbändern

Um den Datenschutz ist es für Nutzer von Fitnessarmbändern und Co. oft nicht gut bestellt. Bild: dpa

Apps, Uhren und Armbänder, die den Puls, die Schritte und den Kalorienverbrauch messen, sind beliebt. Doch eine Studie zeigt, dass eine Kontrolle der eigenen Daten ist für Nutzer kaum möglich ist.

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          Sie überwachen den Puls und den Kalorienverbrauch, zählen die Schritte und kontrollieren den Schlaf: Fitnessapps sind beliebt, ebenso wie Fitnessarmbänder und Smartwatches – sogenannte Wearables. Um den Datenschutz ist es oft aber nicht gut bestellt. Zu diesem Schluss kommt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung. Eine Kontrolle über die eigenen Daten sei für die Nutzer kaum möglich.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Die Lounge“.

          So senden 20 von 24 Apps Informationen über den Nutzer an die Anbieter. Dabei geht es mitunter um sensible Gesundheitsdaten, aber auch darum, wie oft jemand die App nutzt und wofür und wo er sich aufhält. Auch an Drittanbieter wie Analyse- oder Werbedienste gingen Daten – noch bevor die Verbraucher den Nutzungsbedingungen zustimmen konnten.

          Zudem seien zehn von zwölf Fitnessarmbändern und Smartwatches nicht vor der sogenannten Standortverfolgung geschützt, so dass es möglich ist, ein Bewegungsprofil der Nutzer zu erstellen. Als positiv werteten die Verbraucherschützer, dass alle von den untersuchten Fitnessapps ausgehenden Daten über eine sichere Verbindung verschickt werden.

          Verbraucherzentrale mahnte neun Anbieter ab

          Die Nutzer würden oft darüber im Unklaren gelassen, was mit ihren Daten passiere, heißt es in der Studie. Drei Anbieter stellen demnach ihre Datenschutzhinweise nur in englischer Sprache zur Verfügung, nur zwei informieren über die besondere Sensibilität der erhobenen Gesundheitsdaten.

          Sechs Anbieter räumen sich zudem die Möglichkeit ein, Änderungen in den Datenschutzerklärungen jederzeit und ohne aktive Information des Nutzers vornehmen zu können. Aufgrund der Ergebnisse hat die Verbraucherzentrale neun Anbieter abgemahnt, darunter bekannte Namen wie Apple, Garmin, Fitbit, Jawbone und Runtastic.

          Die Verbraucherschützer haben auch Nutzer der Apps und Wearables befragt. Dabei zeigt sich, dass 78 Prozent besorgt sind, dass ihre persönlichen Daten ohne ihre Erlaubnis mit anderen Unternehmen geteilt werden.

          Allerdings fänden viele Verbraucher es akzeptabel, wenn solche Daten verwendet würden, um Zeugenaussagen zu überprüfen (61 Prozent), oder wenn sie in Bonusprogramme ihrer Arbeitgeber einflössen (44 Prozent). Eine Erhöhung des eigenen Krankenkassentarifs aufgrund ihrer Fitnessdaten würden nur 13 Prozent der Befragten akzeptieren.

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