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Daten-Anbieter : Finanzinvestor kauft VWD

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VWD-Geschäftsführer Edmund Keferstein Bild: vwd

Der Finanzdaten-Anbieter VWD wechselt abermals den Besitzer. Dieses Mal hat sich der Finanzinvestor Carlyle 90 Prozent der Anteile gesichert.

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          Der Finanzinvestor Carlyle schluckt den Frankfurter Finanzdaten-Anbieter VWD für bis zu 72 Millionen Euro. Die bisherigen Großaktionäre von VWD, darunter der SAP-Gründer Dietmar Hopp (28 Prozent) und die börsennotierte Beteiligungsfirma Deutsche Balaton AG (35 Prozent), hätten bereits zugesagt, ihre Anteile für je 2,80 Euro zu verkaufen, teilte Carlyle am Dienstagabend mit. Der Private-Equity-Fonds habe damit 90 Prozent der Anteile sicher. Die übrigen Aktionäre sollen ein Übernahmeangebot in gleicher Höhe erhalten. Es liegt 21 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag. Im Späthandel stieg die VWD-Aktie um 19 Prozent auf 2,75 Euro.

          Geschäftsführer Edmund Keferstein, der knapp 15 Prozent an VWD hält, und zwei Manager der VWD-Tochter EDG sollen indirekt auch künftig an dem Unternehmen beteiligt bleiben. Carlyle finanziert die Übernahme aus seinem 530 Millionen Euro schweren Technologiefonds CETP II, in dem unter anderem der Wiesbadener Softwaredienstleister P&I liegt.

          VWD war 2005 aus der Fusion der vwd GmbH mit der kleineren b.i.s. AG entstanden, deren Börsennotiz das neue Unternehmen übernahm. VWD war 1949 als Nachrichtenagentur gegründet worden. Das Agenturgeschäft wurde 2005 an den amerikanischen Nachrichtenkonzern Dow Jones verkauft, der vorher bereits eine Minderheitsbeteiligung hielt. VWD beschränkte sich auf die Vermarktung von Finanzmarktdaten an Banken und Privatkunden. Durch Zukäufe wurde das Angebot um Applikationen für die Analyse von Marktdaten erweitert. Die Tochterfirma EDG bietet Ratings und Risikoklassifizierungen für Derivate an. 2011 setzte VWD mit 465 Mitarbeitern 81 Millionen Euro um und schrieb 2,3 Millionen Euro Verlust.

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