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Einigung in der Nacht : Siemens-Werk Offenbach wird geschlossen

Im November haben Siemens-Angestellte in Offenbach gegen den Stellenabbau demonstriert. Bild: dpa

Was wird aus der Kraftwerks-Sparte von Siemens? Bis in die Nacht hinein haben die Unternehmensführung und Vertreter der Arbeitnehmer verhandelt. Gute Nachrichten gibt es für ein anders Werk.

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          Der Siemens-Vorstand und die Arbeitnehmervertreter sowie IG Metall haben sich in einer Rahmenvereinbarung auf den Umbau in der kriselnden Kraftwerkssparte Power and Gas geeinigt. Zwar müssen sämtliche Details über den Umfang der abzubauenden Stellen und die damit verbundenen zu ergreifenden Maßnahmen nun noch ausgehandelt werden.

          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Im Grundsatz haben sich beide Seiten darauf verständigt, dass weniger Standorte von angedrohten Schließungen betroffen sein werden als zunächst angekündigt. Allen voran wird Görlitz mit derzeit rund 800 Mitarbeitern, wo Industriedampfturbinen entwickelt und gefertigt werden, erhalten bleiben. Mehr noch: Es wird zu einem Leitwerk für das Geschäft aufgewertet.

          Dies kündigte Siemens-Personalvorstand Janina Kugel am Dienstagmorgen in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz an. Der Standort Offenbach mit 600 Beschäftigten wird nach ihren Aussagen „perspektivisch“ geschlossen werden. Die Aktivitäten im Projektmanagement, Vertrieb und Lösungsgeschäft sollen nach Erlangen (2300 Mitarbeiter) verlegt werden. Kugel betonte, das die in der Region verbleibenden Mitarbeiter bei Siemens-Aktivitäten im Rhein-Main-Gebiet untergebracht werden sollen.

          Harte Konfrontation

          Dennoch wird es tiefgreifende Umstrukturierungen und Kostensenkungsmaßnahmen geben, um auf den Nachfrageeinbruch im Geschäft mit konventionellen, gas- und kohlebetriebenen Kraftwerken zu reagieren. Wegen des Vordringens der erneuerbaren Energien ist Bedarf weltweit auf nur noch 100 Kraftwerke im Jahr gesunken, nur ein Viertel der insgesamt zur Verfügung stehenden Produktionskapazitäten in der Welt.

          Im November kündigte Siemens den Abbau von bis zu 6900 Arbeitsplätzen weltweit an, davon die Hälfte in Deutschland. Neben Werksschließungen wurden auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Die Pläne haben  zu einer harten Konfrontation mit Gewerkschaft und Betriebsräten geführt. Eine Art Kompromiss scheint nun gefunden worden zu sein.

          Dennoch werden die Standorte Mülheim an der Ruhr, Duisburg und Berlin  im Kraftwerksbereich kräftig umgebaut; eine erhebliche Zahl von  Arbeitsplätze werden wegfallen. Wie viele, sagte die Siemens-Managerin nicht, da dies noch  Gegenstand der Gespräche über Interessenausgleich und Sozialpläne sei.

          Restrukturiert wird nun auch  Erfurt (500 Mitarbeiter). Das Werk dort sollte eigentlich verkauft werden. Doch habe sich kein Interessent gefunden, der bereit gewesen sei, den Standort nachhaltig zu betreiben. Die Zukunft des kleineren  Standortes Leipzig mit mehr als 100 Mitarbeitern ist ungewiss. Hier suche Siemens nun einen Käufer, der aber ebenso ein nachhaltiges Konzept zur Erhaltung haben müsse.

          In jedem Fall, sagte Kugel, sollten betriebsbedingte Kündigungen vermieden, alle Möglichkeiten freiwilliger Vereinbarungen (freiwilliges Ausscheiden, Frühpensionierungen, Altersteilzeit, Weiterqualifizierungen, Umbesetzungen, Beschäftigungsgesellschaften) genutzt werden. Erst in letzter Konsequenz wollte Kugel Kündigungen nicht ausschließen.

          Dass es sich um ein umfangreiches Vorhaben handelt, zeigt die Andeutung von Kugel, dass die Kosten durch die Maßnahmen um  einen hohen dreistelligen Millionenbetrag gesenkt werden sollen. Dem allerdings würden einmalig Restrukturierungsaufwendungen in ebenfalls einem hohen dreistelligen Millionenvolumen gegenüberstehen, die möglichst noch in diesem Geschäftsjahr 2017/2018 (30. September) verbucht werden sollen und damit das Konzernergebnis erheblich belasten könnten.

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