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Neue EZB-Präsidentin : Das schwere Erbe der Christine Lagarde

Bald in Frankfurt: Christine Lagarde Bild: Getty

Die Französin wird im November Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Sie kommt in einer turbulenten Zeit – weil der Kurs ihres Vorgängers Mario Draghi immer mehr Fragen aufwirft.

          7 Min.

          Eine Ankündigung hat Europas künftige oberste Notenbankerin schon gemacht, die sie zutiefst sympathisch erscheinen lässt. Christine Lagarde, 63, von November an Nachfolgerin für Mario Draghi an der Spitze der Europäischen Zentralbank, will sich um eine verständliche Sprache bemühen. Sie wolle als neue EZB-Präsidentin nicht zu technisch reden, „damit die Bürger verstehen, wofür die EZB steht“, sagte Lagarde jüngst bei einer Anhörung vor dem Europäischen Parlament in einem der wenigen öffentlichen Auftritte, bei denen sie sich schon zu ihren neuen Aufgaben äußerte. Ein löblicher Vorsatz: Die EZB hätte es bitter nötig, besser verstanden zu werden. Zwar reden Notenbanker oft in einer technischen Formelsprache – aber Draghi pflegte diesen Stil in seinen acht Jahren besonders.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die erste Frau an der Spitze der EZB übernimmt ein schweres Erbe. Vorgänger Draghi hat auf der vorletzten Zinssitzung seiner Amtszeit am 12. September noch mal alle Register gezogen. Er hinterlässt Lagarde jetzt eine Eurozone, in der die Zinsen weit im Minus sind, abermals gewaltige Käufe von Anleihen anstehen – und der EZB-Rat, das oberste Gremium der Notenbank, zutiefst zerstritten ist. Ein halbes Dutzend der 25Ratsmitglieder hatte sich vor der richtungsweisenden Entscheidung öffentlich kritisch zu neuerlichen Anleihekäufen geäußert, darunter nicht nur der deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann, sondern auch sein Kollege aus Paris, François Villeroy de Galhau. Und nach der Entscheidung gab der niederländische Notenbankchef sogar per Pressemitteilung seinen Dissens zu Protokoll. Das war außergewöhnlich.

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