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Insolvenzrechtstag : Das Schlimmste kommt noch

Christine Lambrecht (SPD): Die Pandemie rücke das Sanierungs- und Insolvenzrecht ins Zentrum der politischen Aufmerksamkeit. Bild: dpa

Der diesjährige Insolvenzrechtstag beginnt mit düsterem Ausblick. Die niedrigen Insolvenzzahlen seien nur ein vermeintlicher Erfolg. Kritik und mahnende Worte kommen vom Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht des Deutschen Anwaltvereins.

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          Frankfurt. In der Pandemie sind Sanierer und Turnaround-Manager in vielen Unternehmen gefragt. Dabei liegen die Insolvenzzahlen auf einem niedrigen Niveau. Doch diesen vermeintlichen Erfolg schreibt Jörn Weitzmann in seiner Eröffnungsrede zum diesjährigen Deutschen Insolvenzrechtstag, der von Donnerstag an im Internet stattfindet, der mehrfach verlängerten Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sowie anderen Corona-Maßnahmen des Bundes zu. Dies sei nur eine verkürzte Sicht, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein. „In vielen Fällen haben die staatlichen Hilfen nur Leerkosten überbrückt, es ist keine Wertschöpfung entstanden“, mahnte der Anwalt aus Hamburg. Die Zahl an Insolvenzen sei in marktwirtschaftlichen Systemen ein Indikator für die Stärke der Wirtschaft. Mit Verweis auf die Hyperinflation im Jahr 1923 sagte Weitzmann: „Auch heute leben wir nicht in normalen Zeiten.“

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Insolvenzverwalter sind seinen Worten nach keine Profiteure der Krise. „Im Moment sind Insolvenzverfahren nicht mehr in der Lage, in Konkurs gehende Unternehmen ohne tragfähiges Geschäftsmodell aus dem Markt zu nehmen.“ Weitzmann warnte vor der gefährlichen Wirkung sich wechselseitig infizierender Unternehmen. Trotz vieler Gesetzesinitiativen warb er für einen ordnungspolitischen Rahmen, der allen Handelnden mehr Sicherheit für ihre Zukunft gebe.

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