https://www.faz.net/-gqe-9ohp6

Fachkräfteeinwanderung : Herz und Hirn

  • -Aktualisiert am

Deutschland braucht mehr Fachkräfte aus Ländern jenseits der Europäischen Union. Bild: dpa

Deutschland öffnet sich stärker für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten. Zuviel versprechen sollte man sich von dem neuen Gesetz nicht.

          Das Einwanderungsgesetz für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten hat den Bundesrat passiert. Wie dringend eine nicht nur mit Herz, sondern auch mit Hirn – sprich nach Arbeitsmarktinteressen – gesteuerte Öffnung wäre, unterstreichen aktuelle Zahlen der Statistiker. Die erwerbsfähige Bevölkerung dürfte in den nächsten 15 Jahren um bis zu sechs Millionen schrumpfen, während die der Rentner etwa im selben Umfang steigt.

          Die Belastung der Sozialkassen ist offensichtlich. Nettozuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte könnte helfen, die Kosten zu stemmen. Ob die neuen Regeln geeignet sind, die erwünschten Migranten zu gewinnen, ist fraglich.

          Aus Rücksicht auf das durch die unkontrollierte Flüchtlingswelle 2015 zerstörte Vertrauen der Bürger in den Steuerungswillen der Politik, wagt die Bundesregierung nun nur eine vorsichtige, bürokratische Lockerung der Zugangshürden. Das ist besser, als die Aufnahmebereitschaft mit neuen Enttäuschungen weiter zu zerstören.

          Das Fachkräftegesetz ermöglicht nach langer Debatte das Sammeln praktischer Erfahrungen. Die nötigen Korrekturen werden aber nur dann zügig erfolgen, wenn sie als Ausweis politischer Lernfähigkeit positiv verstanden werden.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Urlaubsziele vor dem Touristen-Kollaps

          Overtourism : Urlaubsziele vor dem Touristen-Kollaps

          Ob Venedig oder Barcelona – viele Städte werden von Touristen überrannt. Auch in Deutschland gibt es Probleme: 2018 kamen 1,6 Millionen Touristen allein aus China. Lösungen gibt es nicht.

          Hoffnung im Angesicht der Apokalypse Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Endzeit“ : Hoffnung im Angesicht der Apokalypse

          Blutverschmierte Münder, abgehackte Gliedmaßen und Non-Stop-Action – so kennt man als geneigter Zuschauer das Zombiefilm-Genre. Wie sich der deutsche Film „Endzeit“ dagegen abhebt und warum man gerade als Nicht-Zombie-Fan den Gang ins Kino wagen sollte, erklärt F.A.Z.-Redakteur Andreas Platthaus.

          Topmeldungen

          Venedig will mit einer Gebühr gegen den Gästeansturm ankommen.

          Overtourism : Urlaubsziele vor dem Touristen-Kollaps

          Ob Venedig oder Barcelona – viele Städte werden von Touristen überrannt. Auch in Deutschland gibt es Probleme: 2018 kamen 1,6 Millionen Touristen allein aus China. Lösungen gibt es nicht.

          Trotz Reform : Viele Sparer müssen weiter Soli zahlen

          Für die meisten Bundesbürger soll der Solidaritätszuschlag ab 2021 entfallen, sagt Finanzminister Scholz. Was er verschweigt: Für den Großteil der Sparer und Anleger gilt das nicht – und das sind nicht nur Großverdiener.
          Disqualifiziert: Charlotte Dujardin.

          Blut am Pferd bei der EM : „Ich bin total niedergeschmettert“

          Charlotte Dujardin übertreibt bei der Dressur-EM den Sporen-Einsatz und ist selbst erschüttert. Im Fell ihrer Stute zeigt sich eine Wunde, die Reiterin wird disqualifiziert. Nun stellt sich vor allem eine Frage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.