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Laurence des Cars : Die Managerin des Louvre

Laurence des Cars Bild: AFP

Die Kunsthistorikerin Laurence des Cars ist die erste weibliche Direktorin des größten Museums der Welt. Jetzt muss sie beweisen, dass sie auch mit einer finanziellen Notlage klarkommt.

          3 Min.

          Laurence des Cars hat eine tiefe Stimme, und sie lacht volltönig, als sie gefragt wird, was ihr Lieblingsgemälde im Louvre sei. „Fragen Sie mich nicht!“, antwortet die 54 Jahre alte Kunsthistorikerin, der als erster Frau die Leitung des größten Museums der Welt übertragen wird. Diplomatisch erklärt sie, dass sie keine Favoriten haben dürfe. „Der ganze Louvre ist mein Lieblingsmuseum“, sagt sie. Vom 1. September an wird die dunkelhaarige, burschikose Pariserin aus alter Adelsfamilie dem 145.000 Quadratmeter großen Louvre und seinen 2000 Beschäftigten vorstehen. Ihr Jahresbudget beläuft sich auf etwa 240 Millionen Euro.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Des Cars ist seit der Gründung des Museums 1793 die erste Frau an der Spitze. Präsident Emmanuel Macron hat es so bestimmt, weil er der durchsetzungsfähigen Direktorin zutraut, das Flaggschiff der französischen Museen sicher durch die stürmische Zeit zu steuern. Seit März 2017 hat sie mit geschickter Hand das Impressionisten-Museum Musée d’Orsay sowie das kleine Musée de l’Orangerie im Tuilerien-Garten geleitet. Sie führte vor, dass ein Museum eine „Echokammer“ der Gesellschaft sein kann, wie sie es formuliert. Ihr liegt daran, mit Ausstellungen den Bogen zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu spannen. Als die „Black Lives Matter“-Bewegung aus Amerika nach Frankreich überschwappte, eröffnete sie im Orsay-Museum eine Ausstellung zum „Schwarzen Modell von Géricault bis Matisse“. Ihre guten Kontakte nach Amerika erlaubten ihr, eng mit der Wallach Art Gallery der Columbia-Universität in New York zusammenzuarbeiten.

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