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Stararchitekt : Das ist Stararchitekt Albert Speer

Albert Speer an seinem Lieblingsplatz: Der Holbeinsteg über den Main, entworfen vom Meister persönlich. Bild: Kretzer, Michael

Stararchitekt Albert Speer verkauft seine Ideen in alle Welt - und hat nur ein einziges Haus bis ins Detail entworfen.

          2 Min.

          Albert Speer ist weltweit einer der angesehensten Stadtplaner und Architekten. In den Büros seiner Firma AS&P (Albert Speer & Partner) entsteht die Welt von morgen: Die Planer entwickeln Konzepte für das Leben in Megacitys in China, Russland, dem arabischen Raum und Afrika. Am Bau der Allianz-Arena in München waren sie ebenso beteiligt wie an den WeltausstellungenExpo in Hannover und Schanghai, zahlreiche Bahnhöfe, Flughäfen und Ministerien wurden von AS&P-Architekten entworfen.

          Bettina Weiguny

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Ideen von Speers Leuten prägen die Stadtbilder von Frankfurt und Köln, Alexandria und Schanghai. Sie lichten das Verkehrschaos in Metropolen wie der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Speers Motto: „Das Leben ist Risiko.“

          Im Jahr 1934 wurde Albert Speer in Berlin als ältester Sohn von Albert Speer, Adolf Hitlers Architekt und Rüstungsminister, geboren. Zur Schule ging er in Berchtesgaden, zwei Stunden Fußmarsch vom Obersalzberg waren das Tag für Tag.

          Sein Vater kam 1946, als Speer junior 12 Jahre alt war, als Kriegsverbrecher ins Gefängnis, die Familie zog zu den Großeltern nach Heidelberg. Speer verließ die Schule nach der mittleren Reife, begann eine Schreinerlehre und holte später das Abitur in der Abendschule nach, um Architektur in München zu studieren. Sein Leben lang, so sagt Speer, habe er versucht, sich von seinem Vater abzugrenzen, sich zu distanzieren. „Er war Architekt, ich Stadtplaner.“ Was er damit meint? Speer interessiert sich weniger für die Ästhetik einzelner Bauten als für die Stadt als politisches und ökonomisches Gebilde.

          In Wettbewerben unter Pseudonym

          Unter Pseudonym nahm er nach dem Studium an verschiedenen Wettbewerben teil: Seinen ersten Preis erhielt er 1964 für seine Pläne zur Verlegung des Bahnhofs in Ludwigshafen. Im gleichen Jahr gründete er in Frankfurt sein eigenes Büro. Seinen ersten internationalen Großauftrag verdankte er drei Jahre später König Idris I. von Libyen. In den 70er Jahren entwarf er das Diplomatenviertel von Riad für 35000 Menschen.

          In seinem Frankfurter Büro beschäftigt Speer mehr als 160 Mitarbeiter, die zahlreiche Großprojekte betreuen, viele davon in Asien. Zur Unterstützung haben sie deshalb vor zehn Jahren eine Dependance in Schanghai eröffnet. Der Chef selbst, obwohl er nächstes Jahr 80 Jahre alt wird, ist nach wie vor weltweit im Einsatz. Und wenn er nicht gerade auf dem Weg nach Aserbaidschan, nach Schanghai oder Dubai ist, taucht er im alten Fabrikgebäude am Frankfurter Südbahnhof auf. Meist leger, in Jeans und dunklem Pulli.

          Speer kämpft gegen Zersiedlung, öde Stadtzentren und Landschaftsfraß. Sein Traum ist es, wuchernde Millionenstädte beherrschbar zu machen. Denn richtig geplant hält er jede Megacity - trotz der Beengtheit - für lebenswert. Stress entstehe nur, so sein Credo, durch zu viel Verkehr, zu wenig Grün, zu weite Wege. Aktuell befasst sich das Büro Speer mit den Stadienplänen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Qatar, seine Leute bereiten die Weltausstellung in Astana vor, und er versucht, die Olympischen Winterspiele 2022 nach München zu holen.

          Das einzige Haus, das Speer selbst im Detail bis hin zu den Wasserhähnen entworfen hat, ist sein Ferienhaus am Riegsee im Voralpenland. Es ist klein, schlicht und japanisch angehaucht. Dort verbringt der leidenschaftliche Ruderer die Sommer mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Ingmar Zeisberg.

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