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Mittagspause : Geschäftsessen? Keine Zeit!

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Alkohol beim Geschäftsessen: Das ist nicht mehr im Trend. Bild: Picture-Alliance

Haben Sie heute in der Mittagspause mal wieder ein Brötchen am Schreibtisch gegessen? Dann liegen Sie im Trend! Das geschäftliche Mittagessen ist unmodern geworden, zeigt eine aktuelle Studie.

          Wann waren Sie zuletzt bei einem dienstlichen Mittagessen mit Kunden oder Geschäftspartnern? Glaubt man aktuellen Studienergebnissen, ist das wahrscheinlich schon eine Weile her. Denn das Geschäftsessen ist unmodern geworden. Lieber eine Telefon- oder Videokonferenz und ein schnelles Brötchen am Schreibtisch, so sehen es viele Beschäftigte. Während der 1970er Jahre war es dagegen üblich, mehr als zwei oder drei Stunden für geschäftliche Mittagsverabredungen zu investieren. Das sagen mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten, die schon zu dieser Zeit entsprechende Termine wahrnahmen.

          Für die Studie hat das Meinungsforschungsunternehmen Toluna im Auftrag des Reservierungs-Dienstleisters Bookatable 600 Berufstätige befragt - zur Hälfte Männer und zur Hälfte Frauen. Die Befragten kamen aus verschiedensten Branchen und unterschiedlichen Unternehmensbereichen wie z.B. Vertrieb, Marketing, Verwaltung, Personalwesen oder Einkauf. Voraussetzung für eine Teilnahme an der Umfrage war, dass man in seinem Leben an mindestens einem Geschäftsessen teilgenommen hatte.

          Viel geändert hat sich der Umfrage zufolge auch mit Blick auf den Alkoholkonsum beim Mittagessen: In den Siebzigerjahren tranken 27 Prozent, also etwas mehr als ein Viertel der Befragten zwei bis drei Gläser Alkohol während eines geschäftlichen Mittages-Meetings. 39 Prozent der Befragten sagen, dass sie heute wesentlich weniger Alkohol bei mittäglichen Geschäftsessen trinken, als sie es früher getan haben. 60 Prozent trinken gar keinen Alkohol beim Business-Lunch.

          Fast die Hälfte der Befragten beklagt zudem, dass heute keine Zeit mehr für ein Kunden-Treffen im Restaurant hätten. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt zudem an, dass es in ihrem Unternehmen nicht gern gesehen sei, wenn sich Beschäftigte zum geschäftlichen Mittagessen verabschiedeten. 40 Prozent essen heute ihr Mittagessen lieber am Schreibtisch. Für Besprechungen ist dagegen die Telefon- oder Videokonferenz üblicher geworden: Fast die Hälfte der Befragten sagen, dass diese Instrumente oder allenfalls ein schneller Kaffee die früher üblichen Lunch-Meetings ersetzt hätten.

          Früher hatte dagegen fast ein Viertel der Befragten fünf oder mehr Mittags-Verabredungen im Monat. 44 Prozent der Befragten besaßen in den Siebzigerjahren ein Spesenkonto für Geschäftsessen und Networking und 53 Prozent mussten sich nicht an festgeschriebene Budgets für Geschäftsessen halten. Kurios: Wenn die Beschäftigten heute doch einmal Zeit für ein Geschäftsessen finden, geben sie deutlich häufiger viel Geld dafür aus: 62 Prozent der Befragten sagten, sie bezahlten 40 Euro oder mehr für einen Business-Lunch. So viel ließen sich in den Siebzigerjahren nur 38 Prozent das dienstliche Mittagessen kosten.

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