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Keine „Normalisierung“ : An der Tankstelle wird das Benzin billiger

Tanken kostet wieder etwas weniger – bleibt das so? Bild: dpa

Tanken kostet wieder etwas weniger. Ein Grund sind die jüngsten Regenfälle. Die große Frage aber lautet: Bleibt das so?

          Nach mehreren Wochen mit ungewöhnlich hohen Benzinpreisen in Deutschland gibt es offenbar für Autofahrer eine gewisse Entspannung der Situation an den Tankstellen. Ein Liter Diesel kostete zuletzt im Durchschnitt in Deutschland 1,369 Euro, das waren 1,9 Cent weniger als vor einer Woche. Super E10 kostete 1,47 Euro, rund 2,1 Cent weniger als vor einer Woche.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das geht aus der wöchentlichen Auswertung des Automobilklubs ADAC für die Preise von 14.000 Tankstellen hervor. Der November hingegen war nach Zahlen des Internetportals Clever-Tanken der bisher teuerste Tankmonat des Jahres 2018.

          Ein Grund für den Preisrückgang scheint zu sein, dass die Pegelstände am Rhein und seinen Nebenflüssen nach den Regenfällen wieder etwas gestiegen sind und Öltransporte mit dem Schiff deshalb wieder einfacher möglich wurden. Der Mineralölwirtschaftsverband spricht von einer „Stabilisierung“, allerdings noch keiner „Normalisierung“ der Situation.

          Wichtiges Opec-Treffen steht an

          Schiffe auf dem Rhein, die zwischenzeitlich wegen des Niedrigwassers zum Teil nur zu einem Viertel beladen fahren konnten, könnten jetzt immerhin zur Hälfte beladen werden, berichtet der Verband. Allerdings seien die Tanklager leergelaufen. „Ein Ende der Knappheit und erhöhter Logistik-Aufwendungen ist das leider noch nicht“, sagte ein Verbandssprecher.

          Bis zu einer vollständigen Normalisierung der Logistikketten werde es voraussichtlich bis ins Frühjahr 2019 hinein dauern. Der Verband hat auch für einzelne Städte die Preisentwicklung verfolgt. Demnach sei der Tagesdurchschnittspreis je Liter für Super E10 in Frankfurt seit dem besonders hohen Stand am 11. November um rund 7 Cent gesunken, der für Diesel sogar um 12 Cent.

          Ob von Seiten der Rohölpreise neues Ungemach auf die Autofahrer zukommt, ist noch nicht ganz klar. Am Donnerstag und am Freitag gibt es in Wien Gespräche des Ölkartells Opec und weiterer Ölstaaten wie Russland über eine Reduzierung der Ölfördermenge.

          Ölanalyst Jan Edelmann von der HSH Nordbank rechnet damit, dass die Ölstaaten es schaffen, mit Hilfe einer Kürzung ihrer Ölfördermenge um 1,3 Millionen Barrel (Fass zu 159 Liter) je Tag den Rohölpreis in absehbarer Zeit wieder hochzutreiben. Im ersten Quartal 2019 dürfte der Preis der Nordseesorte Brent dann die Marke von 70 Dollar wieder „testen“, schreibt Edelmann. Derzeit steht der Preis bei knapp 62 Dollar. An diesem Mittwoch gab der Rohölpreis bis zum Nachmittag leicht nach – als Grund wurden am Markt Unsicherheiten vor dem Opec-Treffen über eine Förderkürzung genannt.

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