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Seidenstraßenkonferenz : So umschmeichelt Altmaier die Chinesen

  • -Aktualisiert am

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag in Peking Bild: AFP

Der Bundeswirtschaftsminister findet plötzlich nette Worte für Peking. Doch chinesische Unternehmen fühlen sich in Deutschland nicht mehr willkommen.

          3 Min.

          Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich am Freitag auf dem Seidenstraßen-Forum in Peking mit Kritik an der Politik der chinesischen Regierung zurückgehalten. In seiner rund siebenminütigen Rede lobte er den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas von einem Entwicklungsland zu einem hoch innovativen Industrieland. Für viele andere Länder sei der Erfolg Chinas eine „Quelle der Inspiration“, sagte Altmaier. Die Ankündigungen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu mehr Offenheit in der Wirtschaftspolitik nannte er „sehr ermutigend“. „Für mich ist entscheidend, dass Präsident Xi heute in einer sehr klaren und deutlichen Weise ein Bekenntnis abgelegt hat zum freien Welthandel, zum Multilateralismus und zur Nachhaltigkeit“, sagte Altmaier. „Dieses Versprechen werden wir ernst nehmen.“

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Xi hatte angesichts der wachsenden internationalen Kritik an der chinesischen Initiative zum Bau einer „Neuen Seidenstraße“ mehr Transparenz und die Einhaltung internationaler Standards versprochen. Im Westen werden vor allem die Finanzierung sowie die Arbeitsbedingungen und Umweltstandards bei den milliardenschweren Infrastrukturprojekten kritisch gesehen. Xi kündigte außerdem an, China werde sich stärker für ausländische Investoren öffnen – auch das ist bislang nur zu einem kleinen Teil geschehen. Wenn es gelinge, die Ankündigungen Schritt für Schritt umzusetzen, bestehe die Möglichkeit, einen stabilen Rahmen zu schaffen für das weitere Wachstum der Weltwirtschaft, sagte Altmaier.

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