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Wirtschaftsbeziehungen : Darum geht es bei Erdogans und Putins Krisengipfel

  • Aktualisiert am

Putin und Erdogan in 2014 Bild: Reuters

Die Türkei und Russland wollen ihre Krise beenden. Auf der Tagesordnung des Kremlchefs und des türkischen Präsidenten stehen auch milliardenschwere Wirtschaftsprojekte.

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          Wenn Russland und die Türkei sich nach monatelanger Eiszeit wieder arrangieren, hat das auch handfeste wirtschaftliche Gründe. Vor allem im Energiebereich verbinden die beiden Länder milliardenschwere Initiativen. Angesichts der vom Putschversuch noch einmal angeschlagenen Wirtschaft und der eskalierenden Spannungen mit der EU braucht Ankara Verbündete. Die Sanktionen, die Putin nach dem Abschuss des Jets im syrischen Grenzgebiet verhängte, trafen die Türkei hart. Russland war bis dahin nach Deutschland der wichtigste Handelspartner der Türkei. Bezeichnend ist der deutliche Rückgang der Touristenzahlen, nachdem Putin als Strafmaßnahme Charterflüge in das Urlaubsland stoppen ließ.

          Bei dem Treffen wollen Putin und Erdogan auch über milliardenschwere Energieprojekte sprechen. Besonders interessant für EU-Mitglieder ist dabei das Projekt Turkish Stream zum Transit russischen Erdgases durch das Schwarze Meer nach Südeuropa. Die Pipeline soll vom russischen Küstenort Anapa über die Türkei bis nach Griechenland weitergebaut werden. Die beiden geplanten Stränge haben eine Gesamtkapazität von 32 Milliarden Kubikmetern. Nach Deutschland ist die Türkei der größte Abnehmer von russischem Gas.

          Ein bilaterales Megaprojekt ist auch das Atomkraftwerk Akkuyu, das Russland derzeit an der Südküste der Türkei baut. Das Vorhaben hat Moskauer Medien zufolge ein Volumen von rund 20 Milliarden Dollar (rund 18 Milliarden Euro). Nach Fertigstellung betreibt Moskau den Reaktor vorerst selbst und hat von Ankara lukrative Zusagen für die Stromabnahme erhalten.

          Auch im Geldgeschäft sind die Verbindungen eng. Die türkische DenizBank gilt seit 2012 als wichtigste Auslandsinvestition von Russlands größtem Geldhaus Sberbank. Allerdings hält sich der Gewinn für Moskau Analysten zufolge in Grenzen. Umgekehrt ist Russland ein bedeutender Markt für den Obst- und Gemüse-Export aus der Türkei.

          Für die türkische Tourismusbranche dürfte das Ende der Eiszeit ein Lichtblick sein. Russen gehörten vor der Krise zu den wichtigsten Urlaubergruppen in der Türkei. Nachdem Moskau die Charterflüge eingestellt hatte, waren die Besucherzahlen fast völlig eingebrochen. Im Juni sank die Zahl um 93 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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