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Darlehen und Gläubigerverzicht : 33.600 Euro EU-Hilfe für jeden Griechen

José Manuel Barroso Bild: dpa

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat Überlegungen zurückgewiesen, die EU müsse für Griechenland noch mehr tun als bereits verabredet. Schon jetzt sei die Hilfe für Athen höher als im Marshallplan für die westeuropäischen Länder nach dem 2. Weltkrieg.

          Forderungen nach einem neuen „Marshallplan“ für Athen seien unberechtigt, sagte Barroso am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg. Die internationale Hilfe für Athen sei mittlerweile um ein Vielfaches höher als im historischen Marshallplan für die westeuropäischen Länder nach dem 2. Weltkrieg. Damals habe sich die Hilfe auf 2,1 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Empfängerländer belaufen. Griechenland habe dagegen schon jetzt 177 Prozent seines Jahres-BIPs erhalten. Das entspreche 380 Milliarden Euro.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Diese Summe errechnet sich nach einem am Mittwoch verabschiedeten Bericht der EU-Kommission über die griechischen Wachstumsperspektiven aus den beiden internationalen Hilfsprogrammen für Athen von insgesamt 240 Milliarden Euro (Darlehen), dem Schuldenschnitt mit dem Gläubigerverzicht von 100 Milliarden Euro und den Mitteln aus den verschiedenen EU-Struktur- und-Regionalfonds von 40 Milliarden Euro (Darlehen), die Athen in der laufenden Haushaltsperiode von 2007 bis 2013 erhält.

          Laut Kommission hat jeder griechische Bürger bisher durchschnittlich 33 600 Euro an internationaler Hilfe erhalten. Der Bericht enthält eine Liste von wachstumsfreundlichen Reformen, die großenteils schon im von der Troika der internationalen Kreditgeber erarbeiteten zweiten Hilfsprogramm für Griechenland festgehalten sind. So fordert die EU-Behörde, dass die Bankenrekapitalisierung bis September abgeschlossen sein müsse. Die Zugangsbeschränkungen für bestimmte, bisher sehr stark regulierte Berufsgruppen sollen bis Jahresende aufgehoben sein.

          Barroso wiederholte ferner die Forderung, das Kapital der Europäischen Investitionsbank (EIB) müsse erhöht werden, damit in der EU mehr Infrastrukturprojekte finanziert werden könnten. Die EU-Staaten als Anteilseigner des Instituts hatten in der Finanzkrise Ende 2008 beschlossen, das EIB-Kapital um 67 auf 232 Milliarden Euro zu erhöhen. Die meisten EU-Staaten lehnen eine weitere Kapitalerhöhung ab.

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