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Kommentar zum Dammbruch : Brasiliens Sünden

  • -Aktualisiert am

Feuerwehrleute ziehen in Brasilien einen Körper aus dem Schlamm. Bild: dpa

Der verheerende Dammbruch in Brasilien ist der zweite in nur drei Jahren. Die Katastrophe bestärkt den Konzern Vale darin, seine Bergwerke in die Amazonasregion zu verlegen – auf Kosten des Regenwaldes und der Ureinwohner.

          Die verheerende Katastrophe des Dammbruchs in Brasilien müsste eine Zäsur sein. Vor allem für den Bergbaukonzern Vale, der die Mine betreibt. Als vor drei Jahren ein ähnlicher Damm eines anderen Vale-Bergwerks in der Nähe brach und die bisher größte Umweltkatastrophe Brasiliens verursachte, dachten viele noch, mit ein paar zusätzlichen Kontrollen und Notfallprotokollen könne man weitermachen wie bisher.

          Nach der abermaligen Katastrophe, die ein Vielfaches an Menschenleben gekostet hat, gibt Vale-Chef Fabio Schvartsman zu, dass die bisherigen Standards nicht ausreichen. Aber kommt auch Brasiliens neuer Staatschef Jair Bolsonaro zur Räson? Die Umweltbehörde Ibama sei lediglich eine „Fabrik zur Produktion von Geldstrafen“, hatte Bolsonaro im Wahlkampf getönt.

          Bisher ist die Ursache des Dammbruchs nicht geklärt. Doch Dutzende ähnlich konstruierter Rückhaltebecken allein in Brasilien müssen spätestens jetzt als tickende Zeitbomben angesehen werden. Diese zu entschärfen, dürfte teuer werden.

          Doch die hochprofitable Vale müsste das stemmen können. Ohnehin verlagert Vale die Produktion längst aus dem Bergland von Minas Gerais in die Amazonasregion, wo die Produktionskosten niedriger sind und Dämme nicht gebraucht werden. Dort geht es dann allerdings auf Kosten des Regenwaldes und der Ureinwohner.

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