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Größter Aktionär : Regierung: Chinesischer Daimler-Einstieg in Ordnung

  • Aktualisiert am

Eine S-Klasse steht im Werk in Sindelfingen auf dem Band. Bild: dpa

Ein chinesischer Unternehmer hat zehn Prozent aller Daimler-Aktien gekauft. Die Bundesregierung teilt mit, dass das rechtlich in Ordnung sei - und nennt den „Charakter des Investments“.

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          Die Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf infolge des Einstiegs des chinesischen Unternehmers Li Shufu in den Daimler-Konzern. „Der Erwerb von 9,7 Prozent des Aktienkapitals an der Daimler AG durch das chinesische Unternehmen Geely ist der Bundesregierung bekannt“, teilte ein Regierungssprecher auf Anfrage mit.

          „Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung“, fügte er hinzu. „Aufgrund des Charakters des Investments als Minderheitsbeteiligung besteht weder außenwirtschaftsrechtlicher noch wettbewerbsrechtlicher Handlungsbedarf.“

          Wer ist Li Shufu? Hier entlang geht es zum märchenhaften Aufstieg eines Bauernjungen.

          Zugleich bestätigte die Bundesregierung, dass sich Li Shufu in der kommenden Woche mit dem Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Lars-Henrik Röller, treffen wird. Ein Tag wurde nicht genannt - nach einem Bericht der Zeitung „Bild am Sonntag“ soll das am Dienstag sein.

          Li Shufu ist Gründer und ist Haupteigner des chinesischen Automobilherstellers Geely. Der Milliardär hält nun außerdem beinahe zehn Prozent der Anteile an dem deutschen Traditionsunternehmen, wie Daimler mitteilte. Am Samstag äußerte er, eine Allianz anzustreben im autonomen Fahren und in der Elektromobilität. Im Blick hat er dabei eigenem Bekunden zufolge die Konkurrenz aus der Tech-Branche. Dazu dürfte zum Beispiel das Google-Schwesterunternehmen Waymo zählen.

          Kein großer Autokonzern könne den Kampf ohne Partnerschaften gewinnen, teilte Li mit. Um die Technologieführerschaft übernehmen zu können, müsse man umdenken und Stärken bündeln und teilen. „Diese Vision spiegelt sich in meiner Investition bei Daimler wider.“ Aus seinem Umfeld  verlautete, Li gehe davon aus, dass nur etwa zwei oder drei Hersteller den Wandel der Branche überleben würden. Deshalb habe er Zugang zu einem Konzern mit einem technologischen Vorsprung gesucht.

          Li werde sich vollständig an die Regeln des Stuttgarter Autobauers halten und dessen Werte und Firmenkultur respektieren, teilte sein Konzern mit. Die Stuttgarter erklärten: „Daimler kennt und schätzt Li Shufu als chinesischen Unternehmer mit besonderer Kompetenz und Zukunftsorientierung, mit dem man den industriellen Wandel konstruktiv diskutieren kann.“

          Noch sei nicht ganz klar, was Li wolle und wie es funktioniere könne, sagte Analyst Max Warburton vom Analysehaus Bernstein Research. Mit dem Schritt verfolge Li aber ein größeres Ziel. Nachdem China die europäische Autoindustrie gestützt habe, wolle es nun direkten Zugang zu Technologie, Marken und Gewinn.

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