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Daimler-Chef Zetsche : Autoindustrie rutscht tiefer in die Krise

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Das rettende Ufer ist noch weit Bild: BASt

Der Stuttgarter Autobauer Daimler rechnet mit einer Verschärfung der Krise in der Branche. Eine rasche Trendwende auf den Automobilmärkten sei nicht in Sicht. Die Unsicherheit ist groß wie nie: „Es fällt schwer, für die nächste Woche Prognosen abzugeben.“

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          Der Stuttgarter Autobauer Daimler rechnet mit einer Verschärfung der Krise in der Branche. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte am Donnerstag auf einer Branchenkonferenz in Nürtingen: „Es fällt schwer, für die nächste Woche Prognosen abzugeben.“ Eine rasche Trendwende auf den wegbrechenden Automobilmärkten sei nicht in Sicht. „Es dürfte erst noch mal schlechter werden, bevor es besser wird“, prognostizierte Zetsche. Er hoffe aber, dass sich Befürchtungen über den Verlust von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen in der deutschen Automobilindustrie nicht bewahrheiteten.

          Daimler kämpft wie alle Unternehmen der Branche mit massivem Absatzschwund auf den wichtigsten Pkw-Märkten weltweit. Auch in den lange wachstumsstarken Schwellenländern Russland und China schwächen sich die Zuwächse in Folge der Finanzkrise und in der Rezession merklich ab. Über den Jahreswechsel schickt Daimler wegen der Absatzflaute rund 150.000 Mitarbeiter der Pkw-Marke Mercedes-Benz in einen vierwöchigen Zwangsurlaub und will die Arbeitszeit kürzen.

          Staatsbeteiligung „unterhaltsam, aber unrealistisch“

          An der Forschung und Entwicklung will Zetsche trotz der angespannten Finanzlage in der Branche nicht sparen. Die Versuchung sei groß, aber „wir wären schlecht beraten, mit kurzfristigen Einsparungen bei Forschung und Entwicklung unseren langfristigen Erfolg zu gefährden“. Am Zwang zur Entwicklung verbrauchsärmerer und emissionsfreier Fahrzeuge führe kein Weg vorbei, da sich die Zahl der Kraftfahrzeuge weltweit in den kommenden Jahrzehnten auf 1,6 Milliarden verdoppeln werde. Bis zu einem emissionsfreien Fahren mit elektrischen Antrieben oder Brennstoffzellen sei es jedoch noch ein langer Weg, gestand der Daimler-Chef ein.

          Dieter Zetsche

          Im Visier von Investoren sieht Zetsche Daimler nicht. Trotz des rapide geschrumpften Börsenwerts schätze er das Risiko einer Übernahme nicht höher als vor einem Jahr ein, als Daimler noch mit mehr als 70 Euro je Aktie an den Börsen gehandelt wurde. Wegen der schwierigen Finanzierungsbedingungen werde sich kein Investor derzeit in das „Abenteuer“ stürzen, Daimler zu übernehmen. „Wir kümmern uns um andere Themen“, sagte Zetsche.

          Von einer Beteiligung des Staats an Daimler will Zetsche nichts wissen. „Wir haben kein Interesse darum, zum Volkswagen der Zukunft zu werden“, sagte der Manager. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger hatte unlängst eine indirekte Beteiligung des Landes an Daimler ins Spiel gebracht. „Das ist unterhaltsam, aber hat mit der Realität nichts zu tun“, sagte Zetsche.

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