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Diesel-Klagen : Daimler bremst Klägeranwälte aus

Akten, die überwiegend Klagen gegen Volkswagen im Rahmen des Diesel-Skandals behandeln, hängen im Landgericht Hannover. Bild: dpa

Prozessvertreter des Konzerns beschweren sich wegen aggressiver Kundenwerbung von Diesel-Klagekanzleien. Welche Art von Werbung ist mit der anwaltlichen Berufspflicht noch vereinbar?

          3 Min.

          Der Diesel-Skandal von Volkswagen und die Vorwürfe gegen weitere Automobilhersteller haben den Verbraucheranwälten ein Milliardengeschäft beschert. Im Herbst 2019 summierte sich der Streitwert aller Verfahren, an denen eine Rechtsschutzversicherung beteiligt ist, nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft auf fast 4,7 Milliarden Euro. Dafür haben die Rechtsschutzversicherer im vergangenen Jahr rund 548 Millionen Euro gezahlt, der Großteil davon waren Kosten für Gutachter und Anwälte.

          Irreführende Werbung

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die auf Massenfälle spezialisierten Kanzleien setzen darauf, dass Verbraucher eine neue Lust am Klagen entwickeln – gerade jetzt, da Volkswagen in einer Diesel-Klage eine empfindliche Niederlage vor dem Bundesgerichtshof erlitten hat und wieder neue Manipulationsvorwürfe gegen die Automobilindustrie laut werden. Entsprechend aggressiv wird über Youtube-Videos und Internetseiten um Kundschaft geworben. „Autokonzerne verbrennen Ihr Geld!“ oder „Abgasmanipulation bei Daimler (Mercedes Benz)“ liest man auch auf der Internetseite der im badischen Lahr ansässigen Rechtsanwaltskanzlei Dr. Stoll und Sauer. Mit diesen aktuellen Aussagen spricht man Fahrer von Mercedes-Benz-Limousinen an, die Daimler vorwerfen, sie durch mutmaßlich illegale Tricks bei der Abgasreinigung getäuscht zu haben.

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