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F.A.Z. exklusiv : Daimler baut Konzern für die Digitalisierung um

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Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, spricht in Berlin bei der Internet-Konferenz NOAH. Bild: dpa

Das Unternehmen eilt von Rekord zu Rekord, aber Ausruhen ist nicht erlaubt. Der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche bricht alte Strukturen auf, erzählt er im Interview.

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          Daimler richtet sich konsequenter als bisher auf die Digitalisierung der Geschäftsmodelle aus und schafft dazu im Konzerns neue Strukturen. „Wir stellen uns vor, dass wir kurzfristig, innerhalb von einem halben Jahr oder Jahr, rund 20 Prozent der Mitarbeiter auf eine Schwarm-Organisation umstellen“, sagte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es gehe darum, für bestimmte Themen Mitarbeiter zu verknüpfen, die nicht in strikte Hierarchien eingebunden sind. „Sie agieren unabhängig von Abteilungsgrenzen sehr autonom vernetzt, und das ist dann keinesfalls auf einzelne Projekte beschränkt, sondern eine dauerhafte Sache“, sagte Zetsche, der selbst die Mentorenschaft dafür übernommen hat.
           
          Allein 3 bis 4 Prozent der Mitarbeiter sollen in einem Schwarm tätig sein, der sich mit der Mobilität der Zukunft beschäftigt. Daimler hat dafür den Begriff „Case“ gewählt: „C für connected cars, also die Digitalisierung des Verkehrs, a für autonomes Fahren, s für shared mobility, also neue Geschäftsmodelle und e für Elektrifizierung. Jede dieser Veränderungen für sich hat schon allein das Potential, alles auf den Kopf zu stellen. Für Daimler geht es ganz klar darum, in allen vier Feldern die führende Position zu belegen und vor allem das Zusammenspiel der Felder zu verstehen und zu nutzen“, sagte Zetsche der F.A.Z.


           
          Zetsche, der seit mehr als zehn Jahren sowohl den Konzern wie auch den Geschäftsbereich Mercedes führt, räumte zugleich ein, dass Veränderungen in guten Zeiten schwierig sind: „Die größten Fehler werden in Erfolgsphasen gemacht.“ Vor genau fünf Jahren hatte Zetsche im Interview mit der F.A.Z. angekündigt, bis zum Jahr 2020 Mercedes auch stückzahlmäßig wieder zur Nummer 1 unter den Premiummarken zu machen. Tatsächlich liegt Mercedes in den Absatzzahlen seit Jahresbeginn kontinuierlich vor Audi und BMW. Weil Mercedes aktuell das neueste Produktportfolio hat, könnte es schwierig sein, diese Position zu halten, räumte Zetsche ein: „Es wird nicht leichter. Aber ja, wir werden auch 2020 vorne sein.“ Gleichzeitig wolle Daimler eine neue Führungskultur umsetzten: „Wir werden eine sehr große Organisation sein, die flexibel und wandlungsfähig ist, immer auf der Höhe der Zeit und bereit, Pionierarbeit zu leisten, Schrittmacher zu sein.“

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