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Vorstoß der Regierungschefin : Dänemark will kostenlose Plastiktüten verbieten

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Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Bild: AP

Während in Deutschland Umweltministerin Svenja Schulze mit einem Verbot von Plastiktüten liebäugelt, macht die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen das Thema zur Chefinnensache. Doch die Maßnahme ist umstritten.

          Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen will die Ausgabe kostenloser Tragetaschen aus Plastik und Stoff verbieten. Außerdem sollten die Abgaben für Plastiktüten und Wegwerfbesteck verdoppelt werden, sagte die sozialdemokratische Regierungschefin in einem Interview der dänischen Zeitung „Politiken“. „Für mich ist die Plastikverunreinigung zum Symbol einer Weltbevölkerung geworden, die nicht ordentlich auf ihre Erdkugel aufpasst“, sagte Frederiksen. Die höheren Abgaben und das nationale Verbot sollten erste Schritte bei der Auseinandersetzung Dänemarks mit diesem Problem darstellen.

          Die Maßnahmen sollen laut „Politiken“ ab dem Jahr 2020 jährlich schätzungsweise 200 Millionen dänische Kronen (rund 27 Millionen Euro) in die Staatskasse spülen. Nach Berechnungen der Regierung soll der Verbrauch von Plastiktüten dadurch um 20 Prozent zurückgehen. Der Arbeitgeberverband Dansk Erhverv kritisierte die Verdopplung der Abgaben. Diese könne dazu führen, dass der Handel künftig anderen, umweltschädlicheren Materialien den Vorzug geben könnte.

          In Deutschland hatte zuletzt Bundesumweltministerin Svenja Schulze angekündigt, ein Verbot von Plastiktüten in Angriff nehmen zu wollen. „Mein Ministerium erarbeitet gerade die gesetzliche Regelung für ein Plastiktütenverbot“, sagte die SPD-Politikerin vor zwei Wochen der „Bild am Sonntag“. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte Ende Juli erklärt, eine Bundesratsinitiative für ein deutschlandweites Plastiktütenverbot zu starten.

          Dabei ist sogar unter Umweltschützern umstritten, ob ein Verbot von Plastiktüten der richtige Weg ist. Denn die Alternativen leisten der Umwelt nicht zwingend einen besseren Dienst. So lässt sich die Papiertüte zwar leichter entsorgen, ist in ihrer Herstellung aber weit umweltschädlicher und ressourcenintensiver als Plastik- und vor allem Recyclingtüten. Auch der Stoffbeutel kann seine schlechte Ökobilanz erst nach mehreren Einsätzen ausbügeln. Je nach Berechnung muss er 20 bis 100 Mal verwendet werden, um besser abzuschneiden als die Plastiktüte. 

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