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Cybersicherheit : Die ESA sucht Hacker für Angriffe auf Satelliten

Der Ops-Sat-Satellit. Bild: ESA

Europas Weltraumagentur testet, wie angreifbar ihre fliegenden Assets im All sind – und schreibt einen interessanten Wettbewerb aus.

          1 Min.

          Die ESA sucht hochqualifizierte Hacker-Teams für einen Test der ganz besonderen Art. Denn Europas Weltraumorganisation will einen ausgewählten Satelliten auf seine Cyber-Sicherheit prüfen lassen. Dafür wird es auf einer Konferenz im April in Paris eine Live-Vorführung geben. Auf ihr sollen Spezialisten versuchen, die Systeme des künstlichen Erdtrabanten zu übernehmen – und zwar nicht irgendeines Satelliten, sondern des sogenannten Ops-Sat, eine speziellen Test-Satelliten, an dem hoch über der Erde besondere Experimente ausgeführt werden können .

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Daher ist der Satellit nach Einschätzung der ESA für ein solches Experiment faktisch wie gemacht. Er ist kaum größer als ein Schuhkarton und setzte sich aus drei einzelnen Mini-Satellit-Modulen zusammen über die ein Schild von Solarzellen zur Energieversorgung gespannt ist. Er wurde im Dezember 2019 ins All geschossen, zieht heute in einer Höhe von 515 Kilometer über der Erde seine Kreise und hat einen der leistungsstärksten Computer an Bord, den die Esa zu jener Zeit zu bieten hatte. Daher gilt Ops-Sat als ein fliegendes Software-Lab.

          Perfekte Test-Plattform

          Seit vier Jahren wird das fliegende Labor für Experimente verschiedenster Art eingesetzt: Ob Künstliche Intelligenz, Datenkomprimierung oder Finanztransaktionen. Für den nun anstehenden Test kann sich jeder bewerben, der glaubt, ein brauchbares Konzept zu haben, um die Systeme knacken zu können. Unter den bis Mitte Februar einzusendenden Bewerbungen werden in einer ersten Runde die interessantesten und kreativsten ausgewählt. Sie sollen sich zunächst an einer exakten Kopie des erdbasierten Satelliten versuchen. In einer zweiten Runde werden die drei vielversprechendsten Kandidaten ermittelt und schließlich auf das Original im All losgelassen.

          Die ESA charakterisiert ihr geplantes Experiment als besonders herausfordernd, da jedes der drei ausgewählten Hacker-Teams nur sechs Minuten Zeit hat, mit dem Satellit zu kommunizieren. Die technische Robustheit von Ops-Sat mache ihn „zur perfekten Flugplattform für ethische Hacker, um ihre Fähigkeiten in einer sicheren, aber angemessen realistischen Umgebung zu demonstrieren“, lässt sich Dave Evans, Ops-Sat-Mission-Manager in einer Mitteilung der ESA zitieren. Der Test wird nach Angaben der ESA unter höchsten Sicherheitsbedingungen und in einer vollkommen kontrollierten Umgebung stattfinden.

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