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Corona-Impfstoff : Curevac verklagt Biontech wegen Patentverletzung

Mitarbeiterin im Biontech-Werk in Marburg. Bild: Lucas Bäuml

Das Tübinger Unternehmen sieht seine geistigen Eigentumsrechte verletzt. Es geht um eine bahnbrechende Technologie.

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          Einst galten sie als die beiden deutschen Impfstoffhoffnungen, jetzt kommt es zum Rechtsstreit: Curevac wirft Biontech Patentrechtsverletzungen vor und hat vor dem Landgericht Düsseldorf Klage gegen den Mainzer mRNA-Konkurrenten eingereicht. Das teilte Curevac am Dienstag in Tübingen mit.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Curevac verwies in der Mitteilung auf seine „geistigen Eigentumsrechte aus mehr als zwei Jahrzehnten Pionierarbeit in der mRNA-Technologie“. Diese seien in der Herstellung und dem Verkauf des Covid-19-Impfstoffes von Biontech und Pfizer verwendet worden. Die Patente schützen nach Angaben von Curevac „mehrere Erfindungen, die für das Design und die Entwicklung unter anderem der SARS CoV-2 mRNA-Impfstoffe von BioNTech als wesentlich angesehen werden“.

          Und was ist mit Moderna?

          Dabei gehe es etwa um die Herstellung der mRNA-Moleküle. Das Tübinger Unternehmen, zu dessen Großaktionären etwa der SAP-Milliardär Dietmar Hopp und die Bundesregierung zählen, will nach eigenen Angaben jedoch keine einstweilige Verfügung erwirken und auch keine Schritte einleiten, „die die Produktion, den Verkauf oder den Vertrieb“ des Impfstoffes behindern könnten.

          Finanzielle Details zu dem Verfahren nannte Curevac nicht, es ist nur von einer „fairen Vergütung“ die Rede, mit der die Patentrechte anerkannt und respektiert werden müssen. Den Betrag wolle Curevac nutzen, um weiter in die mRNA-Technologie zu investieren.

          Es blieb offen, ob Curevac auch eine Klage gegen den amerikanischen Konkurrenten Moderna erwägt. „Auch wenn die bisherigen Impfstoffe vielleicht kein Curevac-Logo tragen, basieren sie doch zu großen Teilen auf mRNA-Technologien, die wir seit dem Jahr 2000 entwickelt haben“, hatte Curevac-Chef Franz-Werner Haas erst Ende Juni im Gespräch mit der F.A.Z. gesagt. In Präsentationen gegenüber Investoren betont das Unternehmen immer wieder sein Patent-Portfolio und führt als Beleg eine Untersuchung an, laut der Curevac unter allen mRNA-Unternehmen in dem Bereich global am stärksten aufgestellt sei.

          Curevac bezeichnet sich in der Mitteilung als „frühesten Pionier der mRNA-Technologie“. Das Unternehmen forscht daran seit der Jahrtausendwende. Es galt zusammen mit Biontech und Moderna als große mRNA-Impfstoff-Hoffnung.

          Anders als bei den beiden Konkurrenten ist bis heute jedoch kein Corona-Impfstoff von Curevac zugelassen. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline an einem Impfstoff der zweiten Generation. Curevac schreibt hohe Verluste und generiert hauptsächlich durch zwei Kooperationen mit GSK Umsatz.

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