https://www.faz.net/-gqe-a6jik
Bildbeschreibung einblenden

Entscheidende Studie : Curevac geht in die Massentests

Die Massentests bei Curevac haben begonnen. Bild: dpa

Der Tübinger Hersteller arbeitet mit der gleichen Technologie wie Biontech. Der Impfstoff hat dabei aber auch einen großen Vorteil gegenüber dem Konkurrenten.

          1 Min.

          Während Deutschland sich für Corona-Impfungen im großen Stil wappnet, geht das Tübinger Unternehmen Curevac mit der Entwicklung seines Impfstoff in die entscheidende Phase, mit Massentests an 36.000 freiwilligen Probanden in Europa und Lateinamerika.  

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Die erste Impfung sei für den heutigen Montag geplant, teilte die Universität Tübingen mit, unter deren Ägide die Studie durchgeführt wird. Allein in Tübingen sollen in den kommenden Wochen 1000 Personen den Impfstoff erhalten. Jeweils die Hälfte der Probanden erhält den Impfstoff, die andere Hälfte ein Placebo. Aus der Phase-1-Studie mit dem Impfstoff hatte Curevac im November positive Zwischenergebnisse veröffentlicht. „Die bisher erzielten klinischen Sicherheits- und Immogenitätsdaten sehen vielversprechend aus. Wir erwarten, dass unser Impfstoff diese Wirkung zur Prävention einer Covid-19-Infektion und damit Bekämpfung der Pandemie  unter Beweis stellen wird“, kommentiert Curevac-Chef Franz-Werner Haas in einer Mitteilung den jetzt erreichten „Meilenstein“, als den er die am vergangenen Freitag erteilte Erlaubnis für die zulassungsrelevante Studie charakterisierte.  

          Curevac ist eines von drei Unternehmen, die mit Fördermitteln des deutschen Staates im Volumen von insgesamt 750 Millionen Euro unterstützt werden. Zudem ist Deutschland im Frühjahr mit Eigenkapital bei dem Unternehmen eingestiegen. Mittlerweile sind die Curevac-Aktien an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq notiert und haben seit dem Börsengang im Sommer im Gleichklang mit den Erfolgen von Biontech und Moderna deutliche Kursgewinne erzielt. Curevac verwendet die gleiche neuartige Technologie wie diese beiden Unternehmen, nämlich die Bekämpfung des Coronavirus mit mRNA, quasi einer Art Bauplan für den Körper, um selbst ein Protein nach Art eines viralen Antigens zu produzieren.  

          Mit dem Start der entscheidenden Massentests ist Curevac deutlich später im Rennen als Biontech oder Moderna. Allerdings ist unbestritten, dass mehrere unterschiedliche Impfstoffe benötigt werden. Der Vorteil des Curevac-Impfstoffs liegt vor allem darin, dass er nicht auf die außerordentlich tiefen Temperaturen gekühlt bleiben muss wie die der beiden Pioniere, sondern dass der Stoff bei Kühlschranktemperaturen stabil bleibt.   

          Weitere Themen

          SpaceX bringt erstmals Touristen ins All Video-Seite öffnen

          „Inspiration 4“ : SpaceX bringt erstmals Touristen ins All

          Die Mission „Inspiration 4“ hob an einer Trägerrakete des Typs Falcon mit dem milliardenschweren Gründer und Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Shift4 Payments, Jared Isaacman, sowie drei Begleiter vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab, wie der SpaceX-Webcast zeigte.

          Kein Schadenersatz für Leasing im Dieselskandal

          BGH-Urteil : Kein Schadenersatz für Leasing im Dieselskandal

          Der Bundesgerichthof weist die Klage eines Audi-Fahrers ab. Wer sein Leasingfahrzeug vor Bekanntwerden der Diesel-Manipulationen ordnungsgemäß nutzen konnte, kann die gezahlten Raten nicht zurückfordern.

          Topmeldungen

          Es kam dann doch noch zum Schwur: Reiner Haseloff bei seiner Vereidigung zum Ministerpräsidenten im Landtag von Sachsen-Anhalt.

          Sachsen-Anhalt : Noch eine Wunde für Haseloff

          Die Koalition in Sachsen-Anhalt ist nicht so stabil, wie es sich Reiner Haseloff erhofft hatte. Die AfD bleibt ein Stachel im Fleisch seiner Partei.
          In der Stadthalle Braunschweig beginnt heute der Prozess gegen vier Angeklagte im VW-Dieselskandal.

          Prozess im VW-Dieselskandal : Winterkorn wusste Bescheid

          Der Betrugsprozess gegen vier ehemalige Manager im VW-Abgasskandal hat in Braunschweig begonnen – ohne den früheren Konzernchef Martin Winterkorn. Nach Überzeugung der Anklage wusste aber auch er von der Manipulation.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.