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Cum-Ex-Verfahren : Commerzbank abermals unter Cum-Ex-Verdacht

Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main. Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft Köln durchsucht die Commerzbank in Frankfurt: Es soll Aktienpakete gegeben haben, die für den Cum-Ex-Handel verwendet wurden.

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          Die Staatsanwaltschaft Köln weitet ihre Ermittlungen aus, um den zahlreichen Beteiligten an undurchsichtigen Aktiengeschäften rund um den Dividendenstichtag auf die Schliche zu kommen. Am Dienstag durchsuchten Beamte der Staatsanwaltschaft Köln in Frankfurt wegen Cum-Ex-Geschäften, mit denen Banken und Fondsgesellschaften mehr als 10 Milliarden Euro hinterzogen haben sollen, die Commerzbank. Nach Informationen des „Handelsblatts“ interessieren sich die Ermittler jetzt für die Commerzbank, weil sie Aktienpakete verkauft oder geliehen haben soll, die für den Cum-Ex-Handel verwendet wurden. Als Dienstleister soll die Commerzbank als Dienstleister zwar selbst keine Kapitalertragsteuer vereinnahmt, indirekt aber von den Betrügereien auf Kosten der Staatskasse profitiert haben. Die Preise für die Wertpapierleihe seien so kalkuliert gewesen, dass ein Teil der mehrfach erstatteten Steuern an die Commerzbank geflossen sei, laute ein Vorwurf.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte lediglich, dass am Dienstag wegen Cum-Ex-Geschäften Ermittlungsmaßnahmen stattfanden. Aufgrund des Steuergeheimnisses könnten keine weitergehenden Angaben gemacht werden, teilte ein Behördensprecher der F.A.Z. mit. Die Commerzbank wollte sich zu laufenden Ermittlungen nicht äußern. Ein Sprecher betonte: „Wie in der Vergangenheit auch kooperieren wir selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden. Es ist in unserem eigenen Interesse, dass diese Angelegenheit schnellstmöglich aufgeklärt wird.“ Die Bank hatte ihre Rolle im Steuerskandal von 2015 an mit einer forensischen Analyse aufgearbeitet. Dabei sei man auch auf eigene Cum-Ex-Geschäfte gestoßen. Für die Aktiengeschäfte der Commerzbank sei die Analyse Anfang 2018 abgeschlossen worden, bezüglich der von der Commerzbank vor einem Jahrzehnt übernommenen Dresdner Bank dauerten sie noch an, hieß es im Halbjahresbericht.

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