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Cum-ex-Strafprozess : Teilgeständig

  • -Aktualisiert am

Hanno Berger, Steueranwalt und Cum-ex-Profiteur, beim Gerichtsverfahren am Landgericht Bonn. Bild: Reuters

Der Angeklagte Hanno Berger übernimmt erstmals Verantwortung. Doch über seine Moral müssen nicht die Richter, sondern andere urteilen.

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          Und er bewegt sich doch! Vermutlich kaum einer, der sich im vergangenen Jahrzehnt mit Hanno Berger beschäftigte, hat damit gerechnet, dass er seine Position zu den Cum-ex-Steuergestaltungen noch ändern würde. Vom Leben in einer Parallelwelt, vom beratungsresistenten Machtmensch war häufig die Rede.

          Der Montagmorgen am Landgericht Bonn versprach da zunächst keine Besserung. In seiner Einlassung führte Berger zunächst seinen juristischen Feldzug gegen die Meinungen anderer fort, weitete dies dann auf Vorwürfe gegen die Finanzverwaltung und – Achtung! – frühere Mandanten aus, denen es letztlich nur ums große Geld gegangen sei. Umso größer ist daher in einer Momentaufnahme sein Teilgeständnis zu werten, mit dem er zumindest für die Begleitung der illegalen Aktiengeschäfte von 2009 an Verantwortung übernehmen will.

          Wie ernst es der Cum-ex-Strippenzieher damit letztlich meint, muss nun die Strafjustiz prüfen. Ein Signal haben die Richter in Bonn jedenfalls schon gesendet. Über die Moral und Ethik des Pfarrerssohns Hanno Berger müssen andere und nicht sie urteilen.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

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