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Kritik an Scholz-Steuerplänen : „Werden Selbsthilfegruppen gezwungen, Männer aufzunehmen?“

  • Aktualisiert am

Sind Männerchöre gemeinnützig? Bild: Felix Schmitt

Olaf Scholz will reinen Frauen- oder Männervereinen die Gemeinnützigkeit aberkennen. Die würden dadurch Steuervorteile verlieren. Der bayerische Finanzminister hält das für „absolut überzogen“.

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          Die CSU macht weiter Front gegen die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), reinen Männervereinen Steuervorteile zu streichen. Das sei „absolut überzogen“, sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Montag in München.

          „Natürlich bin ich auch für Gleichberechtigung, aber es kann für Vereine gute sachliche Gründe geben, nur Frauen oder nur Männer aufzunehmen“, sagte Füracker und fragte: „Sollen zum Beispiel Frauenselbsthilfegruppen gezwungen werden, Männer aufzunehmen?“

          Scholz will Gemeinnützigkeit aberkennen

          Es gebe seit Jahrzehnten bestehende reine Frauen- oder Männervereine, die vor allem zu Gunsten der Allgemeinheit arbeiteten, etwa bestimmte Vereine zur Brauchtumspflege, Männergesangsvereine oder Frauenchöre. „Von deren Engagement profitieren alle, egal ob Männer oder Frauen. Ich halte es für absolut überzogen, solchen Vereinen die steuerlichen Vorteile der Gemeinnützigkeit zu nehmen“, sagte Füracker und betonte: „Eine gesetzliche Änderung zulasten dieser Vereine lehne ich ab.“

          Scholz will Vereinen, die heute noch Frauen die Mitgliedschaft verwehren, die Gemeinnützigkeit und die damit verbundenen finanziellen Vorteile streichen. „Wir ändern gerade das Gemeinnützigkeitsrecht“, sagte der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Vereine, die grundsätzlich keine Frauen aufnehmen, sind aus meiner Sicht nicht gemeinnützig. Wer Frauen ausschließt, sollte keine Steuervorteile haben und Spendenquittungen ausstellen.“

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