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Leere Regale im Supermarkt : Hamstern was das Zeug hält

Nach dem Kaufrausch: Szene aus einem Berliner Supermarkt. Bild: action press

Das Coronavirus führt zur verstärkten Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln: Händler berichten von regelrechten Hamsterkäufen, vielerorts sind Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken ausverkauft. Wie sinnvoll ist das Horten?

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          Im Kaufland in Sindelfingen ist die Hölle los. So etwas habe sie noch nie erlebt, sagt eine Verkaufsmitarbeiterin von Kaufland, die gerade Regale auffüllt. „Auch an Weihnachten nicht.“ Es ist Freitagnachmittag und die Kunden kaufen Lebensmittel in Massen. Mehl, Reis, Hülsenfrüchte stapeln sich in den Einkaufstaschen und Körben. „Aber da, Kichererbsen“, ruft ein Mittdreißiger seiner Partnerin zu und wuchtet eine ganze Schachtel voller Dosen aus dem Regal. Heute soll nochmal eine Lieferung kommen, aber ob das reicht? Die Verkäuferin vermag es nicht einschätzen, ist selbst völlig verwundert. Auch von Kolleginnen aus der Umgebung hat sie gehört, dass die Kunden Vorräte horten. Die Sorge vor dem Coronavirus hat in Deutschland in einigen Supermärkten zu leeren Regalen und ausverkauften Produkten geführt – und zu Hamsterkäufen unter Konsumenten. So berichten die Lebensmittelhändler Rewe, Aldi und Lidl auf F.A.Z.-Anfrage von einer steigenden Nachfrage nach bestimmten Produkten wie zum Beispiel Nudeln und Hülsenfrüchte. Doch ist der Kaufrausch wirklich nötig?

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.
          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
          Tobias Piller
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.
          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät seit mehreren Jahren, Lebensmittel für den Notfall bereitzuhalten. Diese Mahnung wiederholte das BBK im Zuge der derzeitigen Situation. In einem Ratgeber des Bundesamtes stehen so zum Beispiel 4 Kilogramm Gemüse und Hülsenfrüchte, 1,5 Kilogramm Fleisch oder Eier und 2,5 Kilogramm Obst und Nüsse. Die Liste mit den vermeintlich wichtigen Lebensmitteln gibt zum Ausdrucken und Ankreuzen auf der Internetseite. „Im Sinne eines effektiven Selbstschutzes bereitet der Ratgeber die Bevölkerung somit auf diverse Krisen und Katastrophen angemessen vor“, sagt ein Sprecher des Innenministeriums.

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