https://www.faz.net/-gqe-a01gl

Neues Konzept für 2021 : Das Weltwirtschaftsforum wird geteilt

Das Logo des World Economic Forum (WEF) vor Bergpanorama in Davos Bild: World Economic Forum / Valeriano Di Domenico

Angekündigt ist es als „Der große Neustart“: Das Weltwirtschaftsforum in Davos verpasst sich ein neues Konzept, um einer Welt mit Coronavirus und Klimawandel gerecht zu werden.

          2 Min.

          Die Corona-Pandemie geht auch am Weltwirtschaftsforum in Davos nicht spurlos vorbei. Nachdem sogar schon Spekulationen die Runde machten, das Treffen in den Schweizer Bergen könnte im Jahr 2021 komplett ausfallen, weil das Infektionsrisiko zu hoch wäre, warteten die Veranstalter am Mittwochmorgen nun mit ihrem neuen Konzept auf: Unter dem Titel „Der große Neustart“ stellte das Forum nicht nur sein inhaltliches Motto für die 51. Auflage des Treffens vor, sondern gleichzeitig auch ein neues organisatorisches Konzept, mit dem der Fortbestand unter geänderten Vorzeichen gesichert werden soll.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Demnach soll das Forum 2021 einmalig geteilt werden: In Davos wird es weiterhin eine Veranstaltung von Führern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Medienvertretern geben, wenn auch wohl mit reduzierter Teilnehmerzahl. Daneben wird neu sein, dass das Forum an rund 420 Orten auf der ganzen Welt sogenannte Hubs einrichtet. Dort sollen Tausende junge Menschen zusammengebracht werden, „die über ein leistungsfähiges virtuelles Hub-Netzwerk mit den führenden Persönlichkeiten in Davos interagieren werden“, heißt es in einer Mitteilung des Forums.

          Mit diesem „Zwillingsgipfel“ springen die Organisatoren nicht nur auf den durch Corona auf der ganzen Welt forcierten Trend auf, verstärkt über Video- und Audio-Plattformen zu kommunizieren, sondern vermeiden zusätzlich Umweltbelastungen in den Alpen durch die Anreise vieler Tausend Menschen zu dem einwöchigen Treffen.

          Klimawandel rückt immer stärker in den Mittelpunkt

          „Covid-19 hat unseren Übergang in das Zeitalter der Vierten Industriellen Revolution beschleunigt“, kommentierte Klaus Schwab, der Gründer und Leiter des Weltwirtschaftsforums, den Neustart. „Wir müssen sicherstellen, dass die neuen Technologien in der digitalen, biologischen und physischen Welt weiterhin den Menschen in den Mittelpunkt stellen und der Gesellschaft als Ganzes dienen, indem sie allen einen fairen Zugang ermöglichen.“ Schwab wird an diesem Mittwoch um 14.30 Uhr (https://www.weforum.org/focus/the-great-reset) gemeinsam mit Prinz Charles eine virtuelle Pressekonferenz zum neuen Konzept für Davos geben.

          „Um unsere Zukunft zu sichern und Wohlstand zu schaffen, müssen wir unser Wirtschaftsmodell weiterentwickeln und die Menschen und den Planeten in den Mittelpunkt der globalen Wertschöpfung stellen“, wird Prinz Charles im Vorfeld zitiert. „Wenn es eine entscheidende Lektion aus dieser Krise zu lernen gibt, dann die, dass wir die Natur in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen müssen. Wir dürfen einfach nicht noch mehr Zeit verschwenden.“

          Das Weltwirtschaftsforum in Davos bringt seit einem halben Jahrhundert die globale Elite für einige Tage zum Austausch in den Schweizer Bergen zusammen und ist in dieser Form einzigartig. Im vergangenen Jahr nahmen unter anderen auch der amerikanische Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. In den vergangenen Jahren rückte der Klimawandel immer stärker in den Mittelpunkt der Veranstaltung, geprägt von der wachsenden Popularität der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg. Kritiker bemängeln unter anderem eine wachsende Kommerzialisierung des Treffens und dass aus den Diskussionen wenig konkrete Maßnahmen erfolgten; die Befürworter weisen darauf hin, dass überhaupt nur in Davos all diese Repräsentanten zusammen kommen und miteinander in den Dialog treten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Tragödie in Beirut : Das Ende des alten Libanon

          Für die Bewohner und ihre Stadt ist die Explosion im Hafen von Beirut eine Katastrophe. Für den Libanon bedeutet sie einen Neuanfang – hoffentlich.

          Younes Zarou : Das ist Deutschlands neuer Tiktok-König

          Deutschlands Tiktoker mit den meisten Followern ist 22 Jahre alt und studiert Wirtschaftsinformatik. Als Junge wollte er Fußballprofi werden. Heute ist er Social-Media-Star und weiß ein Millionenpublikum hinter sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.