https://www.faz.net/-gqe-9ygy9

Österreichs Läden öffnen : Bis zu 3600 Euro Strafe für den „Coffee to go“

Die ersten Läden öffnen wieder, die ersten Kunden trauen sich in die Geschäfte. Bild: dpa

In Österreich trauen sich die ersten Kunden wieder zögerlich in die Geschäfte. Für viele Inhaber ist es trotzdem ein „sehr harter Tag“. Ein Rundgang.

          3 Min.

          Tabakwaren und Zeitungen gehören in Österreich zu den lebenswichtigen Dingen. So waren neben Apotheken und Lebensmittelläden auch Kioske von dem vierwöchigen Shutdown ausgenommen. Und doch ist an diesem Dienstagmorgen nach Ostern, an dem viele andere Läden, Bau- und Gartenmärkte wieder aufsperren dürfen, etwas anders: Der Inhaber der Trafik um die Ecke begrüßt jetzt mit Mund-Nase-Schutz. Denn die Lockerung geht einher mit Verschärfungen, mit Mundschutz-Pflicht in Bussen und Bahnen und allen Geschäften, mit Zugangsbeschränkungen, mit ausreichenden Abstand: Zulässig ist ein Kunde je 20 Quadratmeter.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Deshalb dürfte Patrick Schönberger maximal zwei Leute in sein denkmalgeschütztes Stehcafé aus den fünfziger Jahren hineinlassen. Doch den Eingang versperren zwei Stühle, auf eine Lehne hat er eine Kopie der Verordnung drapiert, die zwar den Verkauf von Lebensmitteln – hier Kaffeebohnen – erlaubt, nicht aber den von Getränken. Der „Coffee to go“ ist mit bis zu 3600 Euro strafbewehrt. Zuletzt hat Schönberger die meisten Bohnen über das Internet verkauft. Das sorgt für sein geschäftliches „Grundrauschen“. Auf dem Gehweg türmen sich Pakete, die noch auf die Post müssen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Neue Machtverteilung : Merkel zieht die Notbremse

          Plötzlich ging es ganz schnell. Merkel und Scholz präsentieren eine neue Rollenverteilung in der Corona-Politik und manch anderer sieht plötzlich alt aus.
          Stillstand auch in Frankfurt: Lockdown auf der Zeil

          Gastbeitrag von Roland Koch : Lockdown für immer?

          Individuelle Freiheit, das Recht auf wirtschaftliche Betätigung und auch das Recht zu reisen haben in unserer Verfassung einen Rang, der es verbietet, sie dauerhaft einem Krisenregime des Stillstandes zu unterwerfen.
          Die Statue Justitia mit Waage und verbundenen Augen.

          Standpunkt : Das Bundesverfassungsgericht auf Irrwegen

          Das Grundgesetz weist Deutschland den Weg in ein vereintes Europa, aber wann kommt das Bundesverfassungsgericht endlich mit seiner Rechtsprechung bei den Problemen der Gegenwart und Zukunft an?