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Folge des Coronavirus : EZB-Präsidentin rechnet mit Konjunktureinbruch von 5 Prozent oder mehr

Christine Lagarde Bild: AP

Düstere Vorhersage: Die Euro-Währungshüter rechnen nach F.A.Z.-Informationen mit einem massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung in Folge des Coronavirus.

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          Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde rechnet wegen der Corona-Krise mit einem drastischen Einbruch des Wirtschaftswachstums in der Währungsunion. Der Effekt könne zwischen 2 und 10 Prozent des Wachstums betragen, soll die oberste Euro-Währungshüterin am Dienstagabend in der Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs zu den Folgen der Krise gesagt haben.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das äußerten hochrangige EU-Diplomaten. Zuletzt war die EZB von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,8 Prozent für dieses Jahr 2020 ausgegangen – bevor die Pandemie sich flächendeckend ausbreitete.

          In der EZB wurden die Zahlen bestätigt, aber leicht relativiert. Grundlage sei eine Kalkulation der Folgen, die ein einmonatiger Lockdown hätte, heißt es dort. Dieser verringere das Wachstum um 2,1 Prozent. Daraus ergäbe sich dann also ein Minus von 1,3 Prozent für 2020.

          Wenn der Lockdown drei Monate betrage, was realistisch sei, verringere sich das Wachstum um 5,8 Prozent auf dann minus 5 Prozent. Dies wäre sogar ein höhere Rückgang als er sich im Zuge der Finanz- und Eurokrise ereignete – im Jahr 2009 schrumpfte das BIP der Währungsunion um 4,4 Prozent.

          In Brüssel wird momentan mit einem Höhepunkt der Ausbreitung des Virus im Mai gerechnet. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 10 Prozent sei hingegen eine Extremannahme mancher Fachleute, die Lagarde sich nicht unbedingt zu eigen mache, hieß es aus der EZB. Im Falle eines Lockdowns von mehr als drei Monaten sei aber auch das nicht unrealistisch, hieß es dort zugleich.

          An den Finanzmärkten wiederum erwarten nach wie vor viele Investoren eine weitere Zinssenkung in der Währungsunion. Ökonomen diskutieren auch über viel weitergehende Ankäufe von Vermögenstiteln. Der Chefvolkswirt des Schweizer Bankhauses Bantleon, Daniel Hartmann, hält beispielsweise den Ankauf von börsengehandelten Indexfonds (ETF) durch die Notenbank für denkbar. Auch sogenanntes „Helikoptergeld“, also Geldgeschenke für jedermann, wird wieder diskutiert, nachdem die amerikanische Regierung plant, den Amerikanern zeitnah Geld zu schicken.

          Anders als in früheren Debatten wird aber derzeit überwiegend indes nicht die Notenbank, sondern der Staat für solche Schritte ins Gespräch gebracht. „Der Druck auf die EZB bleibt groß“, sagt aber Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, voraus.

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