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Coronavirus : Asiens Fluggesellschaften streichen Flüge

Die Fluggesellschaft Singapore Airlines Bild: Reuters

Die großen Fluggesellschaften der asiatisch-pazifischen Region stellen sich auf eine verringerte Nachfrage ein. Die Fluggesellschaft Singapore Airlines streicht mehr als 700 Flüge. Grund dafür ist das Coronavirus.

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          Die großen Fluggesellschaften der asiatisch-pazifischen Region stellen sich auf die Folgen des Coronavirus ein. Singapore Airlines streicht mehr als 700 Flüge. Die australische Qantas Airways streicht bis zu 15 Prozent ihrer Kapazität bis Ende Mai, insbesondere auf den Strecken nach China, Hongkong und Singapur. Sie rechnet zunächst mit Mindereinnahmen von bis 150 Millionen Australischen Dollar (93 Millionen Euro). „Wir wissen, dass die Nachfrage in Asien, insbesondere in China, zurückkehren wird und wir sind darauf vorbereitet. Bis dahin fangen wir die verringerte Nachfrage nach Flügen dadurch ab, dass wir unsere Leute in Urlaub schicken“, sagte Qantas-Chef Alan Joyce am Donnerstag. Die Tochtergesellschaft Jetstar baut 14 Prozent ihrer Flüge ab, der Schwerpunkt liegt auf den Verbindungen von Australien nach Japan, Thailand und innerhalb Asiens. Selbst die inner-australischen Verbindungen werden um 2,3 Prozent verknappt, weil die Reiselust insgesamt durch den Virus nachlasse.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Schon zuvor hatten Singapore Airlines und ihre Tochtergesellschaft Silk Air mehr als 700 Flüge bis Ende Mai gestrichen. Darunter sind nicht nur Asien-Strecken, sondern auch Verbindungen nach Deutschland. Im Stadtstaat Singapur, einer Handels- und Finanzdrehscheibe, lassen sehr viele Firmen, unter ihnen auch deutsche Banken, ihre Mitarbeiter wegen der Ansteckungsgefahr von zuhause aus arbeiten. Flüge in die Region sind für fast alle gestrichen.

          Längere Auswirkungen

          Die Verringerung der Flüge bis in den Mai hinein deutet darauf hin, dass die Fluggesellschaften längere Auswirkungen des Virus erwarten. Allerdings sind April und Mai Zeiten, in denen die Flugzeuge in Asien nach der Hochsaison im Januar und vor dem Sommerverkehr sowieso weniger ausgebucht sind. Finanziell können die Fluggesellschaften die Folgen von Covid-19 verschmerzen: Die Qantas-Aktie stieg in Sydney trotz der schlechten Nachrichten am Donnerstagmorgen um 7 Prozent, nachdem der Umsatz in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres um 3 Prozent auf 9,5 Milliarden Australische Dollar stieg.

          Der Vorsteuergewinn blieb, trotz der Unruhen in Hongkong, Streiks und den Wirren des Handelskonfliktes mit China, nahezu auf Stand der Vorjahresperiode. Mit Blick auf Singapore Airlines sagt Shukor Yusof, langjähriger Analyst der Branche bei Endau Analytics: „Der Virus wird die Gewinne im Quartal belasten. Aber Dank einer starken Bilanz ist Singapore Airlines eine der wenigen Fluggesellschaften weltweit, die so etwas weitgehend unverletzt wird abwenden können. Andere dürften sogar Probleme bekommen, einen solchen Schock zu überleben.“ Zudem hat der strenge Stadtstaat Singapur ein umfassendes Hilfspaket geschnürt, in dem vor allem Hilfen für die Staatskonzerne – wie Singapore Airlines – enthalten sind.

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