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Aufträge weggebrochen : Airbus fährt die Produktion herunter

Weniger Aufträge: Airbus-Chef Faury Bild: AP

Der europäische Flugzeughersteller rechnet aufgrund von Corona mit einer langen Krise und will die Produktion um ein Drittel kürzen. Zudem wird das Unternehmen laut Chef Faury wahrscheinlich Kurzarbeiter-Geld beantragen.

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          Der europäische Flugzeughersteller Airbus fährt die Produktion um rund ein Drittel herunter, denn die Fluggesellschaften haben ihre Nachfrage stark zurückgefahren. Das gab das Unternehmen am Mittwochabend bekannt. „Die meisten unserer Kunden kämpfen ums Überleben“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Guillaume Faury am Donnerstagabend gegenüber Journalisten und fügte hinzu: „Wir haben bisher keine Auftragskündigungen infolge der Pandemie, doch viele bitten um Verschiebung der Auslieferung“.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Das Unternehmen sitzt zwar auf einem riesigen Auftragsberg, doch dieser nutzt nichts, wenn die Abnehmer keine Flugzeuge entgegennehmen. Im ersten Quartal dieses Jahres hat Airbus noch die hohe Zahl von 290 Bestellungen hereingeholt, denn vor der Corona-Krise war der Appetit der Fluggesellschaften noch groß. Airbus lieferte 122 Maschinen aus. Doch danach wurden weitere 60 Maschinen produziert, ohne dass sie ausgeliefert wurden.

          „Die Krise wird wahrscheinlich lang sein”, meint Faury. Mit einer raschen Erholung in Form eines „V“, auf die manche hoffen, sei wohl nicht zu rechnen. Die Erholung werde möglicherweise erst 2021 einsetzen. Daher bereitet Airbus auch vor, staatliches Kurzarbeitergeld zu beantragen. Für eine Weile würde das Unternehmen noch mit den herrschenden Betriebsvereinbarungen auskommen und Absprachen zu Urlaub und Arbeitszeitkonten nutzen, „doch wir werden Kurzarbeiter-Geld wahrscheinlich etwas später beantragen“, sagte Faury. Vor einigen Tagen hatte Airbus angekündigt, dass man keine direkten staatlichen Hilfen brauche.

          Keine Werksschließungen

          An Werksschließungen denke man nicht, betont das Unternehmen nun, die Produktionssenkungen sollen auf die Standorte der Passagiermaschinen-Produktion in Toulouse, Hamburg, Mobile (Alabama, Vereinigte Staaten) und Tianjin (China) verteilt werden.

          Zum Wochenbeginn hat der Konzern bereits angekündigt, die Produktion und Montage in seiner Zivilflugzeugsparte an den deutschen Standorten Bremen und Stade zurückzufahren, und in den Vereinigten Staaten die Produktion der Modelle A220 und A320 pausieren zu lassen. Die Arbeiten im Zivilflugbereich werden in Bremen und in Stade im April weitgehend gestoppt. „In Absprache mit den Sozialpartnern definieren wir die angemessenen Maßnahmen, um auf die neue Situation zu reagieren“, heißt es.

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