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Hanks Welt : Wie Ungeimpfte noch vom Impfen überzeugt werden sollen

Danach gab es einen Pizza-Gutschein: Eine junge Frau lässt sich im Rahmen der Aktion „Kiez-Piks“ im Hamburger Stadtteil St. Pauli impfen. Bild: dpa

Die Impfquote in Deutschland stagniert bei gut 60 Prozent. Dabei sollten so viele Menschen wie möglich immunisiert werden, um die Pandemie zu besiegen. Noch Ungeimpfte können sich überzeugen lassen – nur wie?

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          Meine zweite Corona-Impfung habe ich mir von meinem HNO-Arzt spritzen lassen. Vergangene Woche traf ich den Doktor und fragte ihn, wie viele Impfwillige derzeit durchschnittlich in seine Praxis kämen. „Praktisch keiner mehr“, antwortete der Arzt und berichtete von einem Patienten, den er als besonders klug beschrieb, der sich standhaft einer Impfung widersetze und sich zur Rückversicherung seiner Weigerung nächtelang in die Lektüre komplexer Studien vergrabe. Den Einwand des Arztes, angesichts der vielen erfolgreichen Impfungen hätte man wohl von gravierenden Nebenwirkungen gehört haben müssen, schlägt der Impfverweigerer in den Wind: „Die halten das alles unter Verschluss“, entgegnet er, wobei er mit „die“ böswillige Regierungskreise meint.

          Rainer Hank
          Freier Autor in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Fall lässt Zweifel aufkommen an der Behauptung unseres Chefvirologen Christian Drosten, die Impfbereitschaft sei eine Funktion des Bildungsgrads. Recht hat Drosten zweifellos, wenn er sagt, das Schließen der Impflücke sei das A und O der Pandemiebekämpfung. Wer sich impfen lässt, schützt seine Mitmenschen und sich selbst. Wenn sich gut 80 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre impfen ließen, würden Covid-19 und seine Mutanten ihren Schrecken verlieren. Zu kooperieren ist sowohl altruistisch wie egoistisch gesehen ziemlich rational.

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