https://www.faz.net/-gqe-a6vh0

Kurzarbeit wegen Corona : Wenn früh aufstehen „echter Luxus“ ist

Auch am Frankfurter Flughafen herrscht wegen Corona wenig Betrieb – mit Kurzarbeit als Folge. Bild: dpa

Monatelanges Nichtstun, Einbußen und die Unsicherheit, wie es weitergeht: Kurzarbeit soll Arbeitsplätze retten. Doch für Betroffene ist die Situation nicht immer einfach.

          4 Min.

          Vier Tage am Stück: So viel hat Anna Sander schon lange nicht mehr gearbeitet. Und obwohl sie dafür Anfang Dezember plötzlich wieder um 4 Uhr morgens aufstehen musste, sei das „echter Luxus“ gewesen, sagt sie. Die 34-Jährige ist am Frankfurter Flughafen bei einer Cateringfirma tätig, die verschiedene Fluggesellschaften mit Essen und Getränken beliefert. Ihre Aufgabe ist es, zu überwachen, dass die Lastwagen rechtzeitig beladen werden und pünktlich losfahren, um die Lieferung an die Flugzeugcrew zu übergeben.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dass sie einmal so froh sein würde, wieder auf dem Vorfeld zu stehen, hätte die junge Frau, die eigentlich anders heißt, wohl selbst nicht vermutet. Doch als im Frühjahr am Flughafen von jetzt auf gleich alles stillstand, schickte ihr Arbeitgeber sie in Kurzarbeit: Drei Monate lang hat sie gar nicht gearbeitet, danach jeweils zwei einzelne Tage im Monat. In dem Café, in dem Sander seit einigen Jahren nebenbei jobbt, gab es im ersten Lockdown auf einmal ebenfalls nichts mehr für sie zu tun. Es gehe ihr nicht schlecht, sie habe sich mit der Situation arrangiert, erzählt sie. „Aber es gibt natürlich Tage, an denen ich mich sehr langweile. An denen ich ins Grübeln komme, wie es weitergeht und ob ich vielleicht doch irgendwann meinen Arbeitsplatz verliere.“

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der Afroamerikaner Jaques DeGraff lässt sich im Februar in New York gegen das Corona-Virus impfen.

          Impfung gegen Corona : Die alte Angst der Afroamerikaner

          In den Vereinigten Staaten lassen sich deutlich weniger Afroamerikaner impfen als Weiße. Das liegt auch an Erfahrungen, die Schwarze mit Gesundheitsbehörden gemacht haben. Viele kennen noch das Verbrechen von „Tuskegee“.
          Marieke Lucas Rijneveld, 1991 in Nieuwendijk geboren

          Streit um Gorman-Übersetzung : Alles bewohnbar

          Darf eine weiße Person Amanda Gormans Gedichtband ins Niederländische übertragen? Nach scharfer Kritik gab Marieke Lucas Rijneveld den Auftrag zurück – und antwortet mit einem Gedicht.
          Auf diesem vom Präsidentenamt von El Salvador veröffentlichten Bild überwacht ein Polizist zahlreiche tätowierte Gefängnisinsassen. Im Kampf gegen die Bandengewalt hatte El Salvadors Präsident eine Isolierung aller Häftlinge angeordnet.

          Bukele in El Salvador : Wie ein Präsident die Mordrate halbierte

          El Salvadors Präsident Bukele trägt Baseballkappen und Lederjacken. Er ist ungewöhnlich beliebt. Kein Wunder: Er hat die Mordrate mehr als halbiert. Wie ist ihm das gelungen?